National-Bank: Ein Großteil der Sanktionen gegen den Iran wird aufgehoben werden

Nachricht vom 18.01.2016 18.01.2016 (www.4investors.de) - Durchwachsene US-Konjunkturdaten sowie der erneute Schwächeanfall der Ölpreise sorgten am Freitag für kräftige Kursverluste an den Aktienmärkten und gleichzeitig teils deutliche Kursgewinne bei US-Treasuries und Bundesanleihen. Dabei fielen die US-Daten insgesamt gar nicht so schlecht aus. Die Einzelhandelsumsätze ex Autos konnten wegen der Reduzierung des Vormonatswertes nicht überzeugen. Die Industrieproduktion lag ebenso wie die Kapazitätsauslastung unterhalb der Erwartungen, was aber in Anbetracht der Schwäche der US-Industrie nicht unbedingt überraschen sollte. Die Erzeugerpreise lagen dagegen im Rahmen der Schätzungen. Die Kernrate ist auf Jahresbasis nach wie vor gering. Sie liegt aber weiterhin oberhalb der Nulllinie. Die Stimmung der Konsumenten dagegen ist immer noch ausgezeichnet. Der vorläufige Wert des Indikators der Uni Michigan stieg einmal mehr stärker an, als es prognostiziert wurde. Obwohl sich die gute Stimmung der US-Verbraucher nicht in den Einzelhandelsumsätzen bemerkbar macht, ist davon auszugehen, dass sie die Stütze der US-Wirtschaft bleiben.

Von den US-Notenbankern gingen am Freitag dagegen keine neuen Impulse aus. Es wurde zwar daraufhin gewiesen, dass die Volatilität an den Aktienmärkten keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Fed habe und dass die US-Wirtschaft in einer robusten Verfassung sei. Konkreteres gab es jedoch nicht. Damit dürfte das Rätselraten über die Zahl der Leitzinsschritte im laufenden Jahr weiter gehen.

Heute ist der Datenkalender nahezu leer. In den USA findet wegen eines Feiertags kein Handel statt. Durch das sich abzeichnende Aufheben der überwiegenden Zahl der Sanktionen gegen den Iran dürfte vorerst über die Bedeutung für die Ölpreise diskutiert werden. Sie gaben deutlich nach. Inzwischen tritt jedoch eine erste Stabilisierung etwas unterhalb der 30 USD/Barrel-Marke ein. „Eigentlich“ sollten die zusätzlichen Mengen, die der Iran sofort auf den Weltmarkt bringen kann, bereits in den aktuellen Ölpreisen verarbeitet sein.

Insgesamt dürften die Marktakteure heute zurückhaltend agieren. Im Laufe der Woche stehen noch zahlreiche bedeutende Daten und Ereignisse an. So wird auf die Bekanntgabe des chinesischen BIPs für das vergangene Jahr gewartet. In einer Rede sprach der chinesische Ministerpräsident bereits davon, dass es bei 7% gelegen habe. Zugleich betonte er, dass das Lang genügend Möglichkeiten hat, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, auch ohne die chinesische Währung weiter abzuwerten. Dazu werden im weiteren Wochenverlauf die US-Konsumentenpreise veröffentlicht. Und schließlich tagt am Donnerstag der EZB-Rat erstmalig in diesem Jahr. Eine weitere Lockerung der europäischen Geldpolitik ist jedoch nicht zu erwarten.

Mit den Vorgaben aus Fernost dürften die europäischen Märkte erneut im risk off-Modus starten, so dass der Bund Future gut behauptet in den Tag starten dürfte. Im weiteren Tagesverlauf werden sich die Investoren jedoch abwartend zeigen. Zugleich dürfte es unterdurchschnittliche Handelsvolumina geben, da in den USA feiertagsbedingt kein Handel stattfindet. Vielleicht gibt es ein paar Neuigkeiten aus Griechenland. Dort dürfte demnächst die Prüfung der Reformfortschritte durch die Vertreter der Geldgeber beginnen. Der Bund Future sollte es sich zwischen 159,50 und 160,80 bewegen.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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