PNE Wind – Ziel: Schnelle Wiederaufnahme in den TecDAX

Martin Billhardt, Vorstandsvorsitzender der PNE Wind AG, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: PNE Wind AG.

Martin Billhardt, Vorstandsvorsitzender der PNE Wind AG, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: PNE Wind AG.

Nachricht vom 25.07.2014 (www.4investors.de) - Die Aufmerksamkeit der Börsianer liegt bei der Windenergie seit Langem auf der Novelle des EEG, die in Kürze in Kraft treten wird. 4investors sprach mit Martin Billhardt, dem Vorstandsvorsitzenden der PNE Wind AG, über das neue Gesetzt und die Aussichten des Windparkprojektierers. Billhardt sieht den „ Zubau der Windenergie nicht wirklich gebremst“. Beim operativen Geschäft sei man „ auf einem sehr guten Weg“ und die Aufnahme von PNE Wind in den TecDAX eines der Ziele – das dürften die Aktionäre gerne hören.


www.4investors.de: Das neue EEG wird am 1. August in Kraft treten. Der Bundesverband Windenergie hat unter anderem die unklaren Rahmenbedingungen und die parallel verabschiedete Länderöffnungsklausel kritisiert. Was ist ihr persönliches Fazit zu dem Gesetz und zur Länderöffnungsklausel?

Billhardt:
Auch wir hätten uns noch bessere Rahmenbedingungen gewünscht für den weiteren Ausbau der Windenergie und damit für die zügige Umsetzung der Energiewende. Doch mit einem Ausbaukorridor von 2.400 bis 2.600 MW onshore jährlich wird der Zubau der Windenergie nicht wirklich gebremst. Hinzu kommen ja noch die im Rahmen des Repowerings neu zu installierenden Anlagen. Von der Länderöffnungsklausel werden nach unserer Einschätzung nur sehr wenige Bundesländer wie Bayern und Thüringen Gebrauch machen. In den anderen Bundesländern erwarten wir derzeit keine Änderungen.

www.4investors.de: Das EEG hatte lange Zeit den Nimbus einer Vorreiterrolle bei der internationalen Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Welche politischen Zeichen gehen von der Novelle international aus, unter anderem was die seit Jahren stockenden Verhandlungen um eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll angehen, oder auch der Klima-Gipfel vieler Regierungschefs in New York am 23. September dieses Jahres, zu dem UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eingeladen hat?

Billhardt:
Vom neugefassten EEG und den weiteren energiepolitischen Vorhaben der Bundesregierung geht das klare Signal aus, dass an der verstärkten Nutzung erneuerbaren Energien nicht gerüttelt wird. Die vorgegebenen Ziele, den Anteil des aus erneuerbare Energien erzeugten Stroms von heute etwa 25 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 und auf mindestens 80 Prozent im Jahr 2050 zu erhöhen, sind nur mit einem anhaltend starken Zubau zu erreichen. Die Windenergie, onshore wie offshore, ist und bleibt dabei die tragende Säule. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Um noch mehr für den Klima- und Umweltschutz zu erreichen, müssen künftig allerdings auch bei der Wärmeversorgung und der Mobilität Schwerpunkte der erneuerbaren Energien gesetzt werden. Ideen dafür sind ja vorhanden.

www.4investors.de: Bei dem Treffen wird Kanzlerin Angela Merkel fehlen. Was halten sie davon und macht die Runde ohne deutsche Beteiligung Sinn?

Billhardt:
Deutschland hat seit Jahren bereits eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien übernommen. Hier sind Fakten geschaffen worden, die anderen Ländern dieser Welt als Vorbild dienen. Da gibt es also Nachholbedarf. Und auch wenn Frau Merkel nicht teilnimmt – ganz ohne deutsche Beteiligung findet die Konferenz ja auch nicht statt.

Deutschland bleibt wichtiger Markt für PNE Wind


www.4investors.de: Welche Attraktivität hat der deutsche Windenergiemarkt für sie als Projektierer derzeit noch? Welche Konsequenzen hat das neue EEG für PNE Wind bei zukünftigen Aktivitäten?

Billhardt:
Deutschland ist und bleibt ein wichtiger Markt für die PNE Wind AG. Daher bringen wir unsere Projekte onshore wie offshore energisch voran. Allein in diesem Jahr werden wir onshore in Deutschland Windparks mit etwa 100 MW in Betrieb nehmen oder mit deren Bau begonnen haben. Dennoch haben wir durch die Stärkung unserer Auslandsaktivitäten und die Diversifizierung auf jetzt 14 Märkte, in denen die Gruppe agiert, die Abhängigkeit von den Entwicklungen in einzelnen Ländern vermindert. Die Projekte in Deutschland machen derzeit etwa 25 Prozent unserer gesamten Projektpipeline aus.

www.4investors.de: Müssen sie Projekte infolge der Neuregelungen des Gesetzes abschreiben?

Billhardt:
Nein.

www.4investors.de: Am 13. August stehen die nächsten Quartalszahlen an. Wie sind die Geschäfte seit Ende März gelaufen?

Billhardt:
Die von uns Anfang des Jahres angekündigte verstärkte Projektrealisierung in Deutschland ist Realität. Das konnten sie ja auch unseren Veröffentlichungen der letzten Wochen und Monate entnehmen. Auch im Ausland erhalten wir nach den oft langjährigen Vorarbeiten mehr und mehr Baugenehmigungen – und beispielsweise in Frankreich sind Windparks in Bau. Wir sind auf einem sehr guten Weg.

www.4investors.de: Mitte Mai haben sie als Prognose für die Jahre 2014 bis 2016 kumuliert einen Gewinn zwischen 110 Millionen Euro und 130 Millionen Euro als Ziel genant. Bleibt es dabei?

Billhardt:
Es gibt keinen Grund, diese EBIT-Prognose zu ändern.

Windenergie: 1.000 MW jährliches Repowering-Potenzial


www.4investors.de: Wie sehen sie die Chancen im Repowering? Welche Gewinnchancen bieten sich Projektierern wir PNE Wind in diesem Gebiet im Vergleich zur Projektierung komplett neuer Windparks?

Billhardt:
Die Experten des Bundesverbandes Windenergie (BWE) und des Verbandes deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) sehen in den kommenden Jahren ein Repoweringpotential von rund 1.000 MW jährlich. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren entsprechen denen völlig neuer Standorte. Das stärkt unser Kerngeschäft.

www.4investors.de: Ist die TecDAX-Aufnahme der Aktie von PNE Wind ein Ziel, das sie im Auge haben und aktiv verfolgen?

Billhardt:
Ein klares Ja. Die Wiederaufnahme in den TecDAX ist ein Ziel, das wir möglichst schnell erreichen möchten.

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