15.08.2012 (www.4investors.de) - Seitdem Gerüchte mehr oder weniger bestätigt haben, dass die asiatische Hanwha Interesse an Q-Cells hat und ein Angebot vorlegt, überschlagen sich die Spekulationen am Markt. Dabei sind entscheidende Details weiterhin unklar. Derweil geht es in den Chatboards im Internet heiß her und die Aktie des insolventen Solarenergiekonzerns schwankt extrem stark. Gestern ist Q-Cells mit einem Aktienkurs von 0,17 Euro nach einem Tageshoch von 0,173 Euro aus dem Handel gegangen. Auf Schlusskursbasis hat Q-Cells damit mehr als 13 Prozent an Wert gewonnen und wird vom Markt nun mit rund 30 Millionen Euro bewertet. Das ist extrem viel für einen Insolvenzwert, wie der Blick auf Bewertungen wie die von Solon mit rund 1,4 Millionen Euro zeigt.
Bei Solon sind aber wesentliche Vermögensteile veräußert, bei Q-Cells (noch) nicht könnte man dem entgegnen. Doch genau diese Argumentation wird sehr wahrscheinlich falsch sein, vielmehr könnte gerade Solon ein Beispiel sein, wie es bei Q-Cells ablaufen wird, wenn Hanwha zuschlägt. Von Interesse dürfte nämlich nicht der überschuldete Gesamtkonzern sein, sondern einzelne Teile der Gesellschaft – Produktionsanlagen, Patente, Kundenbeziehungen, Lieferverträge. Diese würde Hanwha aus der Insolvenzmasse heraus kaufen, was zur Folge hätte, dass für die Aktionäre vom Verkaufserlös nichts übrig bleiben würde. Die Gläubiger werden zuerst bedient. Die Hanwha-Spekulationen, die Q-Cells nach oben treiben, hätten nur dann Berechtigung, wenn die Asiaten tatsächlich ein Übernahmeangebot für Aktien von Q-Cells vorlegen – doch daran glaubt unter Experten niemand.
Noch ist alles Spekulation. Kommen Details für ein Übernahmeangebot von Hanwha für Q-Cells ans Licht, wird die Börse Klarheit haben.
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( Autor: mic )