Kursrückgänge an den Aktienmärkten bescheren Bondkursen Verschnaufpause - National-Bank Kolumne


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Nachricht vom 06.02.2018 06.02.2018 (www.4investors.de) - Nach dem deutlichen Renditeanstieg der vergangenen Tage konnte gestern ein altbekanntes Muster beobachtet werden: Mit den deutlichen Verlusten an den Aktienmärkten setzte eine Flucht in Sicherheit, also vor allem US-Treasuries und deutsche Staatsanleihen, ein, so dass sich die Renditeniveaus ermäßigten. Davon profitierten nahezu alle Laufzeiten, obwohl sich in den USA die Zeichen mehren, dass der geldpolitische Kurs der Fed restriktiver mit einer vierten Leitzinsanhebung im laufenden Jahr restriktiver werden könne, als es bisher angenommen wurde. Mit der Veröffentlichung des ISM für das Dienstleistungsgewerbe, der den höchsten Wert seit August 2005! erreichte, hat die US-Notenbank allen Grund, sehr wachsam zu sein. Schließlich werden Dienstleister vor allem von der Binnennachfrage getrieben. Die Hochstimmung in diesem Segment der Wirtschaft könnte durchaus dazu führen, dass die Dienstleister Spielraum sehen, ihre Preise zu erhöhen. Das wird und muss die Fed genau beobachten.

Mit der sich allmählich verfestigen Ansicht, der Kurs der Fed werde restriktiver werden, haben die Investoren die Gelegenheit genutzt, Gewinne an den Aktienmärkte mitzunehmen. Von dem letztlich deutlichen Rückgang der Aktienkurse, der gestern Nacht und heute Morgen seine Fortsetzung in Asien fand und für schwache Vorgaben für den europäischen Handel sorgt, dürften viele Anleger überrascht worden sein. Man hatte sich daran gewöhnt, dass sich Ausschläge in Grenzen halten. Das letzte „Volaevent”, also ein starkes Anziehen der Volatilitäten, was die übliche Begleiterscheinung von nachgebenden Aktienkursen ist, liegt schon lange zurück. Selbst am Tag nach der Abstimmung über den Ausstieg der Briten aus der EU hielt sich der Anstieg der Vola in Grenzen. Angesichts der hohen Volumina an Vola-Short-Positionen in den USA bleibt vorsichtiges Agieren vorerst angesagt. Dementsprechend werden die Investoren weiterhin sorgenvoll auf die Bewegung an den Aktienmärkten schauen. Konjunkturdaten werden vor diesem Hintergrund kaum Bedeutung haben, obwohl mit den deutschen Auftragseingängen für den Dezember eine durchaus bedeutende Information ansteht. Die Auftragsbücher dürften sich im Dezember wieder gut gefüllt haben.

Die Aussagen der Notenbanker dürften wenig Neues bringen. Mit den aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten werden sie sich nicht oder allenfalls am Rande auseinandersetzen. Mario Draghi hat gestern vor dem Europäischen Parlament deutlich gemacht, dass er davon ausgeht, dass die geldpolitische Stimulierung der europäischen Wirtschaft notwendig ist und dass die Aufwertung des Euro die Geldpolitik nicht unbedingt einfacher macht. Letztlich nichts Neues. Seit gestern ist Jerome Powell nun offiziell Fed-Chef. Der Einstieg in das Amt hätte in Anbetracht der Entwicklung auf den Kapitalmärkten sicher einfacher sein können. Vor etwas mehr als 30 Jahren musste ein anderer Notenbankchef namens Alan Greenspan ja auch die eine oder andere Bewährungsprobe in unruhigen Zeiten überstehen. Immerhin besteht eine Chance, dass der shut down der US-Verwaltung am 8. Februar erneut in letzter Minute abgewendet werden kann, so dass die Verschuldungsobergrenze dann am 23. März erreicht würde.

In dem aktuellen Umfeld dürfte der Bund Future trotz seiner deutlichen Gewinne gestern freundlich in den Tag starten. die Emissionen aus dem Staatsanleihebereich dürfte problemlos aufgenommen werden, auch die 3jährigen T-Notes am Abend. Der Bund Future dürfte sich zwischen 158,30 und 159,70 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,62 und 2,82% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der NationalBank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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