Schwellenländerbörsen erzielen im September 2017 eine Underperformance - Commerzbank Kolumne

Nachricht vom 06.10.2017 06.10.2017 (www.4investors.de) - Nach einer langen Phase der Outperformance wiesen die Schwellenländeraktien im September 2017 eine Underperformance gegenüber den Developed Markets (DM) auf. Während der MSCI EM-Index im Berichtsmonat um 0,5% fiel, legten die Aktien der etablierten Aktienmärkte um 2,1% zu. Trotz dieser etwas schwächeren Entwicklung am aktuellen Rand weisen die Schwellenländeraktien seit Jahresbeginn mit einem Plus von 25,4% (per Ende September) nach wie vor eine beeindruckende Outperformance gegenüber den DM (+14,2%) auf. Der MSCI Welt-Index gewann seit Anfang des Jahres übrigens 15,4%. Verantwortlich für die leichte Underperformance der EM-Aktien zeichnete insbesondere der etwas stärkere US-Dollar. Der Preis für Rohöl stieg im September kräftig an (+7,5%). Dagegen kam es bei einigen Metallen wie bspw. Gold (-2,1%), Silber (-4,3%), Platin (-7,6%) oder Kupfer (-4,5%) zu Gewinnmitnahmen. Dementsprechend war der Bereich Rohstoffe auf Sektorenebene im MSCI EM-Index mit einem Minus von 3,5% der schwächste Bereich im September. Die größten Gewinne erzielten Pharmatitel, die im Schnitt um 2,8% stiegen. Auf Regionenebene erzielte lediglich der MSCI Lateinamerika-Index (+1,5%) Gewinne, was vor allem der sehr guten Performance in Brasilien (+4,2%) geschuldet war. Die Region EMEA (Osteuropa, Mittlerer Osten, Afrika) erzielte dagegen mit einem Minus von 4,2% deutlichere Verluste (Griechenland: -14,1%; Türkei: -9,7%). Innerhalb unseres Regionenrankings bestätigen wir unsere neutrale Haltung gegenüber den Schwellenländerbörsen. Nach der überraschend guten Performance der vergangenen Monate steigt aus unserer Sicht in Q4 2017 bzw. Q1 2018 die Korrekturgefahr für die Aktien der Emerging Markets. Eine Übergewichtung der EM-Aktien halten wir daher aktuell für zu riskant. Zu den möglichen Risikofaktoren zählen u.a. geopolitische Faktoren (Nordkorea, Syrien, Türkei etc.) sowie Zinserhöhungen in den USA 2017/18.

Anleihen


Deutschland: Aufträge Industrie (August), 8:00Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (September), 14:30 Uhr

Europäische Staatsanleihen tendierten gestern nach anfänglichen leichten Kursgewinnen überwiegend freundlich. Die deutlichsten Kursgewinne verzeichneten dabei spanische Staatsanleihen, die die letzten Tage wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens unter Druck gestanden waren. Gestern erfreuten sich spanische Staatsanleihen bei den umfangreichen Neuemissionen jedoch einer überraschend hohen Nachfrage. Spekulationen auf einen baldigen Ausstieg der EZB aus dem Anleihekaufprogramm trübten die Stimmung bei Bundesanleihen wieder ein. So diskutierten die Notenbanker laut dem gestern veröffentlichten Protokoll der letzten EZB-Ratssitzung über verschiedene Varianten eines Ausstiegs. Im Kern ging es darum, ob die Anleihekäufe im längeren Laufzeitenbereich stärker reduziert werden sollen. EZB-Ratsmitglied Nowotny sagte in einem Interview zudem, er rechne damit, dass die extrem lockere Geldpolitik Anfang 2018 etwas zurückgefahren werde. In den USA mussten die US-Treasuries leichte Kursverluste hinnehmen. Die Spekulationen auf eine Zinserhöhung im Dezember nahmen gestern wieder deutlicher zu. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen von 272.000 auf 260.000 zurück. Sie sind in den letzten Wochen als Folge der Hurrikans kräftig angestiegen. Die Verwerfungen scheinen aber nur von kurzer Dauer zu sein. Schon der private Personaldienstleister ADP vermeldete 135.000 neu geschaffene Stellen im September, zwar weniger als vor einem Monat (228.000), aber mehr aber als viele befürchteten. Aufgrund der guten Daten rechnen jetzt wohl insgeheim viele mit einem besseren Ergebnis als die 80.000 neue Stellen im September, die laut Umfragen erwartet werden. Der EUR gab gestern aufgrund der stärkeren US-Zinserhöhungserwartungen ggü. dem USD merklich nach.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Am gestrigen Handelstag entwickelte sich an den europäischen Aktienbörsen eine komplett gegenläufige Tendenz zum Vortag. Da hatten noch die spanischen Titel für einen nach-gebenden EUROSTOXX 50 gesorgt und vor allem den Bankensektor unter Druck gesetzt, während der Dax 30 nach der Feiertagspause Gewinne verbuchte. Am Donnerstag tendierte hingegen der Dax etwas leichter und der europäische Leitindex wurde von spanischen Titeln nach oben gezogen. Hintergrund war eine Meldung, dass die spanischen Separatisten ihre Unabhängigkeitsbestrebungen auf Eis legen könnten. Im deutschen Leitindex standen in diesem Umfeld die Aktien der Deutschen Bank (+2,4%) und der Commerzbank (+2,2%) an der Spitze der Kursliste. Dagegen mussten die Titel von Infineon (-1,9%) nach einer gestrichenen Kaufempfehlung stärkere Kursabschläge hinnehmen. Die stärkste Erholung im Euroraum wiesen Banken (+1,6%), Versorger (+1,5%) und Finanzdienstleister (+1,3%) auf. An der Spitze des EUROSTOXX 50 standen ausnahmslos spanische Aktien, angeführt von Iberdrola (+3,2%), Telefonica und Banco Santander (beide +2,9%). An der Wall Street setzte sich der Rekordlauf weiter fort und nahm dabei sogar wieder Tempo auf. Starke Konjunkturdaten und ein gestiegener Ölpreis sorgten für den Auftrieb. Vor allem die Branchen IT (+1,1%) und Finanzen (+1,0%) konnten deutlicher zulegen, während lediglich Telekommunikation (-0,2%) und Versorger (-0,1%) etwas schwächer tendierten. Darüber hinaus standen die Aktien der Logistikkonzerne FedEx (+0,1%) und UPS (-0,7%) im Fokus, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, dass der Internetversandriese Amazon in Teilen der USA einen neuen Lieferservice testen würde. Die asiatischen Börsen lassen sich heute Morgen von der positiven Stimmung anstecken. In Japan legen vor allem Finanztitel zu.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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