Zerbricht Spanien an Katalonien? - National-Bank

Nachricht vom 12.09.2017 12.09.2017 (www.4investors.de) - Die gute Stimmung an den Kapitalmärkten hielt gestern an und fand heute Morgen ihre Fortsetzung in Asien. Der UN-Sicherheitsrat hat zwar weitere Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. So werden die für Nordkorea so wichtigen Öllieferungen ab 1. Oktober beschränkt. Doch bislang blieb die von den dortigen Machthabern angedrohte Vergeltung für die zusätzlichen Sanktionen aus. Angesichts der Drohgebärden ist es unwahrscheinlich, dass man in Nordkorea die neuen Sanktionen einfach hinnimmt, auch wenn China vermutlich versucht hat, mäßigend auf die Regierung im Land einzuwirken. Bleibt die nordkoreanische Führung ihrer Linie treu, wird es bald eine Reaktion geben.

Ansonsten gingen gestern die Spekulationen über den künftigen geldpolitischen Kurs der EZB weiter. Dazu standen die Aussagen von Benoit Coeure im Mittelpunkt des Interesses. Er äußerte sich sogar zur Währungsentwicklung. Nach seiner Einschätzung hat die Währungsentwicklung in den letzten Jahren als die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussender Faktor etwas an Bedeutung verloren. Der Zins sei viel wichtiger geworden. Darüber hinaus hatte er jedoch keine neuen Informationen zu bieten. Das dürfte bei den Aussagen, die heute von Victor Constancio kommen werden, ebenfalls der Fall sein. Die europäischen Notenbanker werden sich bis zum 26. Oktober mit konkreten Äußerungen zur Geldpolitik sehr zurückhalten.

Der Datenkalender enthält heute kaum etwas an bedeutenden Konjunkturdaten. Lediglich die Preisdaten aus UK könnte im Hinblick auf die Tagung die geldpolitische Tagung der Bank of England gegen Ende der Woche etwas Beachtung finden. Große Impulse sind jedoch von ihnen nicht zu erwarten. Der Datenmangel könnte dazu beitragen, dass sich die Investoren mit Spanien intensiver auseinandersetzen. Schließlich brodelt es im Land aufgrund der an Dynamik gewinnenden Abspaltungspläne von Katalonien gewaltig. Die aktuell wirtschaftliche Stabilität in den meisten Euroländern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Euroraum anhaltend strukturelle und politische Probleme hat. Die nationalistischen Tendenzen sind schließlich nicht auf Spanien beschränkt. Sollte das Beispiel dort Schule machen und die Abspaltung vorangetrieben werden, so dürfte das zahlreiche Nachahmungsversuche nach sich ziehen. Scheinbar lassen sich die Katalanen auch nicht durch den Brexit beeinflussen. Schließlich würde ein unabhängiges Katalonien das Schicksal UKs teilen, denn die Region müsste für Verpflichtungen gerade stehen und wäre dann kein Mitglied der EU mehr. Vermutlich sind die Konsequenzen einer Unabhängigkeit den meisten Befürwortern gar nicht bewusst. Auch die Briten müssen erst einmal lernen, was ihre Entscheidung wirklich bedeutet.

In Anbetracht der guten Stimmung der Investoren in Asien dürfte der der Bund Future mit leichten Verlusten in den Tag starten. Sollte sich Pjöngjang zu den angedrohten Vergeltungsmaßnahmen durchringen, wäre es mit der guten Stimmung vermutlich schnell wieder vorbei. Gegen Abend dürfte es im Zuge der Aufstockung der 10jährigen US-Treasuries zu Druck auf die Notierungen kommen. Zudem ist es von großem Interesse, ob Österreich tatsächlich mit der 100jährigen Anleihe via Syndikat an den Markt kommt, für die gestern market sounding betrieben worden ist. Der Bund Future sollte sich zwischen 162,10 und 163,30 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,06 und 2,18% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der NationalBank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investorsRedaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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