US-Präsident Trump legt im „Krieg der Worte” gegenüber Nordkorea nach - National-Bank Kolumne

Nachricht vom 11.08.2017 11.08.2017 (www.4investors.de) - Von einer Entspannung der Situation zwischen den USA und Nordkorea kann derzeit keine Rede sein. Vielmehr hat der US-Präsident verbal noch einmal aufgerüstet. Bislang kam zwar noch keine Reaktion aus Nordkorea. Diese wird vermutlich jedoch erfolgen. Ohne Auswirkungen auf die Kapitalmärkte blieb das nicht. Die Investoren befinden sich im risk-off-Modus, was zu deutlicheren Verlusten an den Aktienmärkten gestern und heute Morgen in Asien führte. Die Investoren suchen mit ihren Anlagen Schutz in sicheren Häfen. Obwohl der deutliche Renditerückgang bspw. von Bunds vor dem Wochenende „eigentlich„ dazu einlädt, Gewinne mitzunehmen, wird es dazu kaum kommen. Über das Wochenende kann ja viel passieren, ohne dass die Kapitalmarktakteure darauf reagieren können, so dass der heutige Handelstag von risk-off geprägt sein wird. Obwohl alle Seiten sowohl die USA als auch Nordkorea zur Mäßigung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufrufen, ist das zurzeit unwahrscheinlich. Allerdings ist eine weitere Eskalation kaum im Interesse der zahlreichen Staaten, die von einer Auseinandersetzung direkt betroffen wären. Das geopolitische Risiko wird die Anleger nicht nur am heutigen Tag beschäftigen, sondern ebenfalls am Wochenende.

Vor diesem Hintergrund spielen neue Konjunkturdaten nur eine untergeordnete Rolle. Von den Konsumentenpreisdaten aus verschiedenen Euroländern für den Juli sind sowieso keine Impulse zu erwarten. Es handelt sich überwiegend um endgültige Werte, die kaum Potenzial für Überraschungen bieten. Auf die Entscheidungsprozesse der europäischen Notenbanker werden sie keinen Einfluss haben. Die US-Preisinformationen sind dagegen schon interessanter. Die Erzeugerpreisdaten fielen gestern schwach aus. Im Jahresvergleich liegt die Teuerungsrate sowohl der Kern- als auch der Gesamtrate nun wieder unterhalb von 2%. Im Monatsvergleich gingen die Preise sogar leicht zurück. All die US-Notenbanker, die Zweifel an der These angemeldet haben, der Preisauftrieb würde sich nur temporär verlangsamen, dürften sich bestätigt fühlen. Sollten die US-Konsumentenpreisen heute eine vergleichbare Entwicklung zeigen, so wird die Diskussion über die US-Geldpolitik trotz der geopolitischen Bedrohungslage sicher lauter werden. Immerhin hat der im FOMC permanent stimmberechtigte New York Fed-Chef darauf hingewiesen, dass die Preissteigerungsraten über einige Monate schwach ausfallen werden, dann aber eine Belebung eintreten werde. Er sprang der Fed-Chefin in ihrer Argumentation bei, was dafür spricht, dass es im Dezember eine nächste Leitzinsanhebung durch die Fed geben wird. Der Abbau der Bilanz steht inzwischen außer Frage. Hier demonstrieren die US-Notenbanker eine ungewohnte Einigkeit. Neben den Preisdaten aus den USA dürften daher die Aussagen der beiden US-Fedvertreter zu beachten sein. Geachtet werden sollte dabei vor allem auf Aussagen zur Einschätzung der Preisentwicklung und damit zur Zinspolitik.

Die Woche dürfte im risk-off-Modus zu Ende gehen, was dem Bund Future eine freundliche Eröffnung bescheren sollte. Im Tagesverlauf sollte er sich 163,60 und 165,00 bewegen. Zu Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende dürfte es nur dann kommen, wenn sich Zeichen der Entspan-nung zwischen den USA und Nordkorea geben sollte. Davon ist jedoch nicht auszugehen, da die Antwort Nordkoreas auf die jüngsten Einlassungen des US-Präsidenten ausstehen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,12 und 2,29% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: National-Bank
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