WannaCry als Weckruf für Unternehmen - Commerzbank-Kolumne

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Nachricht vom 19.05.2017 (www.4investors.de) - Die jüngsten Nachrichten über Angriffe auf Computer bzw. Netzwerke und deren Auswirkungen rufen die latente Gefahr der Cyber-Kriminalität stärker ins Bewusstsein. Am vergangenen Freitag (12. Mai) wurden binnen weniger Stunden weltweit Unternehmen, u.a. die Deutsche Bahn, von dem Virus „WannaCry“ getroffen. Ein solcher Angriff kann für Unternehmen neben finanziellen Verlusten und Umsatzausfällen auch Reputationsschäden sowie rechtliche Auseinandersetzungen z.B. mit Kunden zur Folge haben. Versicherungsunternehmen sehen daher ein großes Potential für Policen gegen Hackerangriffe. Bisher ist dieser Versicherungsmarkt aber noch klein und das größte Prämienvolumen wird in den USA erzielt. Weltweit könnten die Versicherungsprämien innerhalb der nächsten Jahre in diesem vielversprechenden Geschäftsfeld stark ansteigen.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Erzeugerpreise (April), 08:00 Uhr
Euroraum: Leistungsbilanz (März), 10:00 Uhr

Die politischen Turbulenzen in den USA gingen auch gestern weiter und strahlten auf die Kapitalmärkte aus; es wurde wieder mehr Sicherheit gesucht. Am Mittwoch setzte das US-Justizministerium den Sonderermittler Robert Müller zur Untersuchung möglicher Verbindungen von Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteams nach Russland ein. US-Präsident Trump nannte dies gestern die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der amerikanischen Geschichte. Die Renditen erstklassiger Staatsanleihen gingen gestern kräftig zurück, stabilisierten sich am Nachmittag aber wieder. Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Juni ging wegen der politischen Turbulenzen zwischenzeitlich um 20% auf rund 80% zurück. Die Marktteilnehmer zweifeln zunehmend an den Steuersenkungs- und Investitionsplänen von Trump, von denen die US-Wirtschaft profitieren sollte. Gestern überwogen besser als erwartete US-Konjunkturdaten. Der Philadelphia Fed Index stieg im Mai von 22,0 auf 38,3 Punkte kräftig an, man rechnete auch hier mit einem Rückgang. Beim EUR, der in den letzten Tagen überraschend kräftig ggü. dem USD zulegen konnte, setzten nach Erreichen von Kursen über 1,1160 USD Gewinnmitnahmen ein; er gab um gut einen halben Cent nach. Die Währungen der Emerging-Markets standen gestern ggü. dem USD unter Druck, nachdem in Brasilien Korruptionsvorwürfe gegen Präsident Michel Temer bekannt wurden; der BRL gab um fast 8% ggü. dem USD nach. Die brasilianische Notenbank versuchte, den Markt zu beruhigen. Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien stiegen im April mit +2,0% M/M fast doppelt so kräftig wie erwartet. Das britische Pfund konnte sich nach Meldung der Daten und der Schwäche der letzten Tage gestern wieder spürbar erholen.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Während es am Montag und Dienstag noch so ausgesehen hatte, als würden die Börsen gemächlichen Schrittes weiter-hin sorglos von Rekord zu Rekord eilen und als würde die Volatilität unverändert auf rekordniedrigen Niveaus verharren, kam am Mittwoch die kalte Dusche. Sowohl der Dax als auch der S&P 500-Index fielen so stark wie schon seit vielen Wochen nicht mehr. Verantwortlich hierfür zeichnete insbesondere die „Russland-Affäre“ des US-Präsidenten Trump. Der ehemalige FBI-Chef Robert Mueller soll nun als Sonderermittler Licht in die Affäre um Trump und Russland bringen. Einige Anleger befürchten nun, dass es möglicherweise zu Enttäuschungen oder Verzögerungen in Bezug auf die angekündigten Infrastrukturinvestitionen und geplanten Steuersenkungen etc. kommen könnte. Zudem macht das „unschöne“ Wort von einer möglichen „Amtsenthebung“ die Runde. Der Begriff hatte ja in 2016 und 2017 vor allem in Brasilien und Südkorea Hochkonjunktur. All dies führte nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate zu ersten Gewinnmitnahmen, die sich gestern abgebremst fortsetzten. Gesucht waren dagegen defensivere Werte, wie gestern auch im Dax (-0,3%) zu sehen war. Tagesgewinner war hier die Aktie von Fresenius Medical Care mit einem Plus von 1%. Unter Druck standen dagegen Automobilwerte, die auch unter dem zuletzt starken Euro zu leiden haben (VW: -1,6%; BMW: -1,4%). Auf europäischer Sektorenebene gehörten sie zu den Underperformern (-0,9%). An der Performancespitze rangierten dagegen die Bereiche Chemie sowie Reise & Freizeit mit durchschnittlichen Aufschlägen von 0,2%. Die Börsen in den USA tendierten etwas freundlicher. Der Dow Jones-Index gewann 0,3%. Auf Sektorenebene waren im S&P 500 vor allem Telekommunikationsaktien (+1,2%) gefragt. Tagesverlierer waren Ener-gieaktien (-0,1%). Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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