USA: Wohnungsbauaktivitäten noch zu niedrig, um Bedarf langfristig zu decken - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 20.04.2017 20.04.2017 (www.4investors.de) - Mehr als zehn Jahre ist es nun her, dass in den USA der völlig überhitzte Immobilienmarkt in sich zusammenbrach. Seit 2011 erholt er sich schleppend. Derzeit liegt die annualisierte Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen bei 1,2 Mio. und somit nur einige Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Zahl der Haushalte steigt aber kontinuierlich. Daran gemessen dürften die Bauaktivitäten gut 20% zu niedrig sein, um alte Wohnungen zu ersetzen und zusätzlichen Wohnraum für die wachsende Bevölkerung zu schaffen. Die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser sinkt. Mithin werden auch höhere Zinsen die Erholung im Wohnungsbau nicht abwürgen.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Produzentenpreise (März), 8.00 Uhr
Euroraum: Verbrauchervertrauen (April), 14.30 Uhr
USA: Anträge zur Arbeitslosenhilfe, 14.30 Uhr
USA: Philly Fed Index (April) 16.00 Uhr
USA: Frühindikatoren (März), 16.00 Uhr

Nachdem die Renditen 10-jähriger US-Treasuries und Bundesanleihen tags zuvor noch ein Jahrestief markiert hatten, kam es gestern zu einer zarten Gegenbewegung. Auf dem mäßigen Renditeniveau war die Nachfrage bei der Versteigerung der aufgestockten Bundesanleihe (Fälligkeit 2044) verhalten. Die Äußerungen prominenter EZB-Vertreter sorgten zwar für Gesprächsstoff, aber für wenig Inspiration, gingen sie doch über Bekanntes nicht hinaus. Aber immerhin lassen sie sich schon als Einstimmung auf die EZB-Ratssitzung am kommenden Donnerstag deuten. So sagte der estnische Notenbankchef Hanson, es sei Zeit, sich Gedanken zu machen, wie der Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik gestaltet werde, auch wenn der Ausstiegszeitpunkt noch nicht gekommen sei. Sein Kollege Coeré sprach sich dafür aus, die bisherige Forward Guidance (Zinsanhebung erst einige Zeit nach Ende des Anleihekaufprogramms) beizubehalten, konzedierte aber, dass die Konjunkturrisiken nicht mehr einseitig abwärtsgerichtet seien. Der italienische Finanzminister Padoan wies gestern im italienischen Parlament darauf hin, dass die Auswirkungen eines verminderten geldpolitischen Stimulus auf den Staatshaushalt nicht unterschätzt werden sollten. Die Einsicht, dass der monetäre Stimulus im Euroraum unweigerlich abnehmen wird, dürfte die im fortschreitenden Jahresverlauf mehr und mehr auf den Rentenmärkten lasten. In ihrem Beige Book sprach die Fed von zunehmenden Problemen der Unternehmen, neue Stellen zu besetzen, was für steigenden Lohndruck spricht. Wir rechnen mit der nächsten Leitzinsanhebung im Juni.

Aktien


ABB, Q1-Zahlen
Nestle, Danone, Schneider, Umsatz Q1
Unilever, Q1-Zahlen
Verizon, Q1-Zahlen

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten gestern z.T. deutliche Kursgewinne. Lediglich der britische Markt schloss leicht im Minus. Auch wenn sich die Aufwertung des britischen Pfundes gestern nicht fortsetzte, litt der Aktienmarkt doch weiterhin unter einer zunehmenden Unsicherheit über den weiteren Kursverlauf des Pfundes und der Auswirkungen des Brexit. Der FTSE100 hängt angesichts eines hohen Anteils exportorientierter Werte stark an der Währungsentwicklung. So hilft ein schwaches Pfund dem Aktienmarkt, während – wie vorgestern deutlich zu beobachten – ein starkes Pfund für Abgabedruck sorgt. Während alle anderen größeren europäischen Aktienmärkte seit Jahresanfang z.T. deutlich im Plus liegen, ist der FTSE100 nunmehr ins Minus gerutscht. Auf Branchenebene (Stoxx) konnten sich Banken (+1,8%) und Automobilwerte (+1,4%) überdurchschnittlich erholen. Defensive Sektoren wie Nahrungsmittel (-0,6%) und Versorger (-0,6%) gaben dagegen – zusammen mit Öl- und Gastiteln (-0,7%) – am deutlichsten nach. Bei den Einzelwerten standen u.a. Burberry (- 7,9% nach schwachen Umsatzzahlen in den USA) und Zalando (-4,8%, schwache Q1-Zahlen) im Fokus. An den US-Märkten ging es nach einem guten Start – u.a. angesichts guter Zahlen von Morgan Stanley (+2,0%) – kontinuierlich abwärts. Während der S&P500 leicht schwächer schloss, ging es für den Dow Jones stärker abwärts. Rund die Hälfte des Indexverlustes ging dabei auf das Konto von IBM (-4,9%), wo die Umsatzzahlen für Q1 enttäuschten. Auf Branchenseite verzeichnete Healthcare (+0,3%) den stärksten Kursgewinn, während der rückläufige Ölpreis den Energiewerten (-1,4%) zu schaffen machte. In Asien überwiegen heute Morgen leichte Kursgewinne.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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