Warum die SNB ihre Zinsen nochmals senken könnte – Bank Sarasin Kolumne

Ihr 4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen kostenlos per Mail:


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!
Wir geben ihre Mailadresse nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Nachricht vom 21.03.2017 (www.4investors.de) - Klingt die Franken-Nachfrage nicht ab, wird die SNB zwischen kontinuierlichen Deviseninterventionen und Zinssenkungen abwägen müssen. Ausländische Banken, dürften bei einer weiteren Zinssenkung die Kosten an ihre Kunden weitergeben, da diese Bankengruppe bereits 50% der Kosten der negativen Zinsen tragen. Die Kunden könnten dann ihre Franken-Bestände in andere Währungen verschieben. Dies sollte zu einer Abschwächung des Frankens führen.

Eigentlich ließ der Anstieg des EUR-CHF-Frankenkurses auf zwischenzeitlich nahezu 1.08 auf eine nachlassende Franken-Nachfrage hoffen. Tatsächlich haben die jüngsten wirtschaftspolitischen Ereignisse der SNB in die Hände gespielt. Die EZB hat in ihrer März-Sitzung die langsame Normalisierung ihrer Geldpolitik angedeutet, die holländischen Wahlen verliefen ohne politischen Schock, während das US Fed vergangene Woche die Zinsen um weitere 25 Basispunkte anhob. Damit sollten sich die zwei Hauptfaktoren für die hohe Franken-Nachfrage – die politischen Risiken und die geringen Zinsunterschiede – zumindest vorübergehend abschwächen. Doch die SNB-Sichtguthaben sind auch in der vergangenen Woche um CHF 1.8 Mia. angestiegen und deuten auf weiterhin umfangreiche Deviseninterventionen der Nationalbank hin.

Die hohe Franken-Nachfrage dürfte nicht so rasch abklingen. Die Devisenmärkte werden die Risiken der französischen Wahlen, mögliche Instabilitäten in Italien sowie die Fragen um Brexit und die Unsicherheiten bezüglich der US Handelspolitik nicht ignorieren. Zudem bleiben die Zinsunterschiede zwischen der Eurozone und der Schweiz zu gering, um die Nachfrage nach dem Franken zu bremsen. Will die SNB in Zukunft keine deutliche Währungsaufwertung zulassen, wird sie zwischen kontinuierlichen Deviseninterventionen und weiteren Zinssenkungen abwägen müssen.

Eine weitere Zinssenkung der SNB könnte den Franken über zwei Kanäle beeinflussen. Erstens könnten Schweizer Anleger vermehrt im Ausland investieren oder ausländische Anleger ihre Franken-Positionen reduzieren. Es dürfte schwierig sein, das Anlageverhalten der Schweizer Investoren zu ändern. Einerseits haben diese seit der Finanzkrise eine starke Präferenz für inländische Anlagen (so genannter Home Bias). Andererseits sind die Zinsaufschläge ausländischer Anlagen zu gering, um Schweizer Anleger für das damit einhergehende Währungsrisiko zu entschädigen.

Das Anlageverhalten der ausländischen Anleger könnte sich hingegen einfacher verändern lassen. Der Hauptgrund ist, dass die negativen Zinsen der SNB bei den ausländischen Banken hohe Kosten verursachen. Da die ausländischen Banken kaum inländische Kredite vergeben, sind ihre Mindestreserven bei der SNB – und damit die Ausnahmen von negativen Zinsen – sehr gering. Tatsächlich tragen die ausländischen Banken rund die Hälfte der gesamten Kosten der negativen Zinsen von rund CHF 1 Mia. pro Jahr.

Geben ausländische Banken die negativen Zinsen an ihre Kunden weiter, könnten diese ihre Franken-Bestände reduzieren. Damit hätte eine weitere Zinssenkung der SNB den gewünschten Währungseffekt zur Folge. Höhere Ausnahmen für die negativen Kosten könnten hingegen die zusätzlichen Kosten für die inländischen Banken lindern.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bank Sarasin. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

PfeilbuttonSTARAMBA: Wohin geht der Weg? - Exklusiv-Interview
PfeilbuttonSofting-CEO Trier: „Gewinnsprung von rund 50 Prozent in 2018 erwartet“ - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonDEAG: Vielfältige Pläne nicht nur in Großbritannien - Exklusiv-Interview!




Aktie: Schweizer Franken
WKN: 965407
ISIN: EU0009654078
Branche: Währung Schweiz - Wechselkurs EUR/CHF

News und Informationen zur Schweizer Franken Aktie

comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

29.06.2017 - MagForce: Erfolgreiche Kapitalerhöhung
29.06.2017 - Gesco: Dividende soll gekürzt werden
29.06.2017 - FCR Immobilien: Keine Angaben zum Kaufpreis
29.06.2017 - Wacker Chemie: Spezialöl für China
29.06.2017 - Delivery Hero: Aktien werden am oberen Ende der Spanne ausgegeben
29.06.2017 - UMT AG: „Die Gewinnung neuer Kunden steht für uns an erster Stelle“
29.06.2017 - Aurelius Aktie: Es wird jetzt ganz schön wackelig!
29.06.2017 - K+S Aktie: Wer verliert hier als Erster die Nerven?
29.06.2017 - Medigene Aktie: Das kann ein gutes Omen sein!
29.06.2017 - Heidelberger Druck Aktie: Was war denn hier los?


Chartanalysen

29.06.2017 - Aurelius Aktie: Es wird jetzt ganz schön wackelig!
29.06.2017 - K+S Aktie: Wer verliert hier als Erster die Nerven?
29.06.2017 - Medigene Aktie: Das kann ein gutes Omen sein!
29.06.2017 - Heidelberger Druck Aktie: Was war denn hier los?
28.06.2017 - Evotec Aktie: Und wieder mal die Spekulationen…
28.06.2017 - Deutsche Bank Aktie: Kommt die Hausse zurück?
28.06.2017 - Commerzbank Aktie: Es wird (mal wieder) richtig spannend!
28.06.2017 - Paion Aktie in Turbulenzen: Wie es nun weiter geht
28.06.2017 - Nordex Aktie und das Prinzip Hoffnung
27.06.2017 - Dialog Semiconductor Aktie: Die Sorgen um den Apple-Zulieferer wachsen!


Analystenschätzungen

29.06.2017 - Innogy: Aktie wird abgestuft
29.06.2017 - Vonovia: Plus 5 Prozent
29.06.2017 - Deutsche Telekom: Vodafone erhält den Vorzug
29.06.2017 - Commerzbank: Guter Start in den Tag
28.06.2017 - Heidelberger Druckmaschinen: Heftige Abstufung – Aktie unter Druck
28.06.2017 - E.On: Gerüchte sind nützlich
28.06.2017 - Schaeffler: Übertriebenes Minus
28.06.2017 - Heidelberger Druckmaschinen: Ein Gegengewicht zur Verkaufsempfehlung
28.06.2017 - Lufthansa: Neue Prognose in Sicht
28.06.2017 - Nordex: Nicht nervös werden


Kolumnen

28.06.2017 - RWE Aktie: Die Korrektur könnte sich ausweiten - UBS Kolumne
28.06.2017 - DAX: Der Aufwärtstrend ist gebrochen - UBS Kolumne
27.06.2017 - Commerzbank Aktie: Intakte Seitwärtsphase - UBS Kolumne
27.06.2017 - DAX: Gefangen in der Schiebezone - UBS Kolumne
26.06.2017 - Dow Jones Aktienindex: Die Aufwärtsdynamik lässt sichtbar nach - UBS Kolumne
26.06.2017 - DAX: Seitwärtsperiode setzt sich fort - UBS Kolumne
23.06.2017 - BMW Aktie: Abwärtskeil wird bald verlassen - UBS Kolumne
23.06.2017 - DAX: Frische Impulse bleiben Mangelware - UBS Kolumne
22.06.2017 - ThyssenKrupp Aktie: Aktie hebt sich positiv ab - UBS Kolumne
22.06.2017 - DAX: Weitere Abgaben drücken auf Index - UBS Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR