Ölpreis: Indikationen für reichliches Ölangebot und mäßige Nachfrage - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 09.02.2017 09.02.2017 (www.4investors.de) - Die US-Energiebehörde (EIA) erwartet nach der jüngsten Aufwärtsrevision um 230 Tsd. Fass/Tag für 2018 eine durchschnittliche US-Ölproduktion von 9,53 Mio. Fass/Tag. Das wäre das höchste Niveau seit 1970. Für 2017 sieht sie 8,98 Mio. Fass/Tag, was aber bereits jetzt fast erreicht ist und nur 0,10 Mio. Fass/Tag über dem Niveau von 2016 liegt. Dabei steigen die Bohraktivitäten und deren Effizienz nimmt zu. Dies impliziert Anpassungsbedarf bei den Produktionsprognosen für 2017. Die US-Rohöllagerbestände ziehen unterdessen kräftig an – alleine in der letzten Woche um 13,8 Mio. Fass. In China flacht sich das Nachfragewachstum u.a. aufgrund von Effizienzgewinnen ab und lag 2016 nur noch bei 2,5% nach 3,1% in 2015 und 3,8% in 2014.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Handelsbilanz (Dez.), 08:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Ein Ringen um das neue Rettungspaket in Griechenland und die Wahlen im Mai in Frankreich haben wieder Sorgen um die Zukunft des Euro hervorbracht. Am Dienstag vor 25 Jahren wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, in Feierlaune hat dies aber kaum jemanden versetzt. In Griechenland geht es wieder darum, den IWF mit im Boot zu halten. Es geht um das dritte Rettungsprogramm. Der IWF hält die Sparanstrengungen, die auf einen Primärüberschuss im Staatshaushalt (ohne Zinszahlungen) von 1,5% hinauslaufen, für unzureichend. Einige IWF-Direktoren fordern 3,5%, um die Schuldentragfähigkeit zu erreichen, Europa verlangt diesen Zielwert erst ab 2018. Beiden Seiten bewegen sich offensichtlich wenig, der deutsche Finanzminister schließt jedoch Hilfszahlungen ohne den IWF aus. In Frankreich fand vergangenes Wochenende die Wahlkampfauftaktveranstaltung von Marine Le Pen statt. Man befürchtet einen Zulauf zum Front National, der sich ein Herauslösen Frankreichs aus der EU nach dem Vorbild Großbritanniens zum größten Ziel gemacht hat. Dementsprechend wächst die Nervosität und die Renditedifferenzen im Euroraum stiegen wieder an. Einerseits werden französische und griechische Staatsanleihen verkauft, dafür aber Bundesanleihen als sicherer Hafen gekauft – wenn man nicht gleich ins Ausland geht. Der Euro jedenfalls hat deutlich gelitten. Im gestrigen Tagesverlauf setzte eine Gegenbewegung ein. Vor allem waren italienische, spanische und portugiesische Staatsanleihen gefragt, aber auch in Griechenland gingen die Renditen wieder zurück. Bei Bundesanleihen sanken die Renditen kräftig, wohl mit Hilfe von US-Treasuries, bei denen die Zinserhöhungserwartungen gestern merklich zurückgingen. Auch der Euro konnte sich gegenüber den USD wieder leicht erholen.

Aktien


Commerzbank, Jahreszahlen
ThyssenKrupp, Ergebnis Q1
L’Oréal/Société Générale/Total, Jahreszahlen
UniCredit Group, Ergebnis Q4
Zurich Insurance Group, Jahreszahlen
Coca Cola, Ergebnis Q4

Zur Wochenmitte traten die europäischen Aktienbörsen auch mangels Impulsen von der volkswirtschaftlichen Seite auf der Stelle. Lediglich die Börsen in Italien und Frankreich konnten sich etwas von den bisherigen Abschlägen in dieser Woche erholen. Im deutschen Leitindex Dax 30 setzten sich die Aktien der Deutschen Lufthansa (+3,3%), begünstigt durch eine positive Studie eines Analysehauses, an die Spitze der Kursliste. In einem ansonsten ruhigen Handel standen Geschäftszahlen von Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe im Fokus. Im TecDax profitierten die Titel von Jenoptik (+5,6%) nach der Vorlage von guten Zahlen am Vortag nun von Übernahmephantasien. Im EUROSTOXX 50 waren die defensiven Versorger (+2,1%) mit Abstand die stärkste Branche, während Banken (-1,4%) erneut schwächer tendierten. Stärkste Einzeltitel im Auswahlindex des Euroraums waren die Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns Vinci (+4,7%), die mit ihrer Quartalsvorlage sowohl bei Umsatz als auch Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten. An der Wall Street zeigte sich der Dow Jones nach seinem jüngsten Rekordlauf angesichts der politischen Unsicherheiten etwas schwächer. Der Nasdaq 100 hingegen übersprang erstmals die Marke von 5200 Punkten. Auch hier entwickelten sich vor allem Finanzen (-0,8%) schwächer, während Immobilienaktien (+0,9%) zulegten. Die Aktien des Biotechnologiekonzerns Gilead (-8,6%) gaben nach einer enttäuschenden Quartalsvorlage deutlich nach. In Asien entwickelt sich heute Morgen ein gemischter Handel. Während der Nikkei nachgibt, tendiert China fester.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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