US-Handelsbilanz in stabiler Seitenlage - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 08.02.2017 08.02.2017 (www.4investors.de) - Die US-Handelsbilanz bewegt sich seit Jahren in einer recht engen Bandbreite. Im Gesamtjahr 2016 nahm das Defizit in der Handelsbilanz einen Hauch zu (502,3 Mrd. USD nach 500,4). Auffallend war, dass im Jahresmittel sowohl die Exporte (-2,3%) als auch die Importe (-1,8%) sanken. In den Exporten spiegeln sich zum einen die (jetzt bereits wieder nachlassenden) Effekte der starken Aufwertung des US-Dollar von Mitte 2014 bis Anfang 2016 wider, zum andern die Lethargie des Welthandels, dessen Volumen im 12-Monatszeitraum bis November lediglich 1,2% höher war als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Die Erholung der Importe seit April ist etwa zu einem Drittel auf im Preis wieder gestiegenen Öleinfuhren zurückzuführen.

Zinsen und Anleihen


Neuseeland: Zinsentscheidung, 21:00 Uhr

Nach den kräftigen Renditerückgängen am Vortag kam es gestern zu einer leichten Gegenbewegung: die Kurse von US-Treasuries und Bundesanleihen gaben etwas nach. Auch die Renditeaufschläge für Anleihen der EU-Peripherie gingen wieder etwa zurück. Insgesamt ist die Risikoaversion gegenüber Mitte Januar aber deutlich angestiegen. Der Euroraum steht in diesem Jahr bekanntlich vor einer Reihe von Reifeprüfungen. Die erste ist die Wahl in den Niederlanden am 15. März. Dort haben die Rechtspopulisten um Geert Wilders starken Zulauf. Seine PVV ist aber weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Ein Ausstieg der Niederlande aus dem Euroraum ist daher derzeit extrem unwahrscheinlich. Allerdings wird eine Regierungsbildung schwierig und Reformprojekte dürften auf Eis gelegt werden. Für weitere Unruhe sorgen die Verhandlungen mit Griechenland. Der Internationale Währungsfonds droht, das dritte Rettungspaket nicht zu unterstützen, und fordert einen Schuldenschnitt, wogegen sich Finanzminister Schäuble vor der Bundestagswahl in diesem Jahr nichts wissen will. Ferner plädiert man im IWF dafür, dass Griechenland einen primären Haushaltsüberschuss (vor Zinszahlungen) von 1,5% anpeilen solle – die von der EU geforderten 3,5% würden der sich mühsam erholenden Konjunktur Schaden zufügen. Andererseits bemängelt der IWF, dass die Reformdynamik abgenommen habe, der griechische Finanzminister Tsakalotos wies diese Kritik zurück. In den USA ist das Handelsbilanzdefizit leicht zurückgegangen: Sowohl die Exporte wie auch die Importe legten merklich zu – der Exportzuwachs überwog aber. Auf 2016 zurückblickend lässt sich aber feststellen, dass der Außenhandel den USA keine nennenswerten Wachstumsimpulse geliefert hat. Zu stark war wohl die Aufwertung des US-Dollar (vgl. „Im Blickpunkt“).

Aktien


ABB, Ergebnis Q4
GlaxoSmithKline, Ergebnis Q4
Osram Licht, Ergebnis Q1
Rio Tinto, Jahreszahlen
Sanofi/Syngenta, Jahreszahlen
Time Warner, Ergebnis Q4

Am gestrigen Handelstag konnten sich die europäischen Aktienmärkte nach dem schwachen Wochenstart zumindest teilweise stabilisieren. Im deutschen Handel standen die Gewinnberichte einiger Versicherer im Fokus. So überraschte der Dax 30-Titel Munich Re (-0,5%) zwar mit einem stärker als erwartet ausgefallenen Gewinnrückgang. Letztendlich stimmte aber doch die Auszahlung einer höheren Dividende die Anleger einigermaßen versöhnlich. Im MDAX konnte der Wettbewerber Hannover Rück (+1,6%) nach starken Zahlen hingegen zulegen. Im EUROSTOXX 50, dem Leitindex des Euroraums, zeigte sich eine differenzierte Entwicklung. Vor allem die Börsen in Frankreich, Italien und Spanien tendierten eher schwächer. Belastend wirkten vor allem die Austrittsbestrebungen aus der EU durch die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Negativ schlug auch die enttäuschende Quartalsvorlage von BNP Paribas (-4,8%) zu Buche. Letztendlich waren so Banken (-1,8%) neben dem Energiesektor (-1,2%) die schwächste Branche. An der Wall Street unterstützte ein geringer als erwartet ausgefallenes Defizit in der US-Handelsbilanz. Dennoch konnten die im frühen Handel erzielten Kursgewinne nicht vollends gehalten werden. Schwach präsentierten sich vor allem die rohstofforientierten Branchen Energie (-1,4%) und Grundstoffe (-0,8%), während auch hier wie in Europa vor allem der defensive Sektor Basiskonsum (+0,8%) zulegte. Weiterhin sehr stabil entwickelten sich die IT-Titel (+0,4%). Die asiatischen Märkte zeigen sich heute Morgen in der Breite freundlicher. Auch die europäischen Börsen dürften etwas fester eröffnen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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