Deutsche Industrie meldet starke Auftragseingänge im Dezember - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 07.02.2017 (www.4investors.de) - Im Dezember registrierte die Industrie saisonbereinigt 5,2% höhere Aufträge als im Vormonat. Besonders stark war der Anstieg bei den Kapitalgütern, was auf zahlreiche Flugzeugbestellungen hindeutet. Im Januar dürften die Bestellungen daher wieder schwächer gewesen sein. Indes reihten sich die gestrigen Daten in eine Reihe positiver Meldungen ein. Die Industrie scheint sich in einem Aufwind zu befinden. Die heute gemeldeten Produktionsdaten waren dagegen schwach (-3,0%). Das mag aber an der Kalenderbereinigung gelegen haben: Da Weihnachten auf ein Wochenende fiel, war theoretisch mit einer überdurchschnittlichen Produktion zu rechnen, indes stellten viele Firmen ihre Produktion ein.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Industrieproduktion (Dezember), 8 Uhr
USA: Handelsbilanz (Dezember), 14:30 Uhr

Die Woche begann mit hohen Kursgewinnen für Bundesanleihen. Damit sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 0,43% auf 0,36% im Tief. Dagegen kamen Papiere der Euro-Peripheriestaaten, aber auch Frankreichs, weiter unter Druck. Die Risikoaufschläge zehnjähriger italienischer Staatsanleihen erhöhten sich auf über 200 Basispunkte, die zehnjähriger französischer Staatstitel auf 76 Basispunkte. So hoch waren die Abstände zuletzt im Sommer 2015. Die Ausweitung der französischen Papiere mag der Auftritt Marine le Pens auf dem Parteitag des „Front National“ am Sonntag geschuldet sein. Dort hatte die Präsidentschaftskandidatin erklärt, dass sie im Falle eines Wahlsieges Frankreichs geldpolitische, rechtliche, territoriale und wirtschaftliche Souveränität anstrebe. Die immer stärker protektionistischen Stimmen verunsichern die Anleger und lasten auf den Kursen der Anleihen. Von dieser Unsicherheit profitieren dagegen Bundesanleihen. In der deutschen Industrie läuft es weiterhin rund: Im Dezember legten die Auftragseingänge im Vergleich zum Vormonat um 5,2% zu, nach einem Rückgang im November. Der hohe Zuwachs resultierte dabei vornehmlich von unerwartet starken Auftragseingängen der Flugzeugindustrie (siehe auch „Im Blickpunkt“). EZB-Präsident Draghi sprach gestern vor dem Wirtschafts-vund Währungsausschuss des Europaparlaments. Dort sagte er, dass zwar die Risiken eines anhaltenden Preisrückgangs geschwunden seien, aber dass die Inflation im Euroraum weiterhin nicht auf einen klaren Kurs in Richtung des 2-Prozent-Zielwertes der EZB liege. Draghi betonte, dass bei nachlassender Inflation die Zentralbank jederzeit bereit sei, ihre Anleihekäufe im Volumen zu erhöhen und auch die Laufzeit zu verlängern.

Aktien


BNP Paribas, Ergebnis Q4
BP, Ergebnis Q4
Gea, Jahresergebnis
General Motors, Ergebnis Q4
Munich Re, Jahresergebnis
Walt Disney, Ergebnis Q1

Zu Wochenbeginn gab es für die meisten Börsianer wenig Anlass zur Freude. Die guten Vorgaben aus Asien sowie robuste Makrodaten aus Deutschland (starke Zahlen für die Auftragseingänge) verhalfen den europäischen Aktienmärkten in einem recht volatilen Handel nur kurzfristig ins Plus. Nach der Mittagspause kam dann richtig Druck in den Markt. Die Kurse bröckelten auf breiter Front ab. Auch die europäischen Bankaktien konnten nicht von der geplanten Deregulierung des US-Bankensektors profitieren (Commerzbank: -2,9%; Unicredit: -6,8%; Intesa Sanpaolo: -2,4%). Noch am Freitag hatten die Aktien von Goldman Sachs und Morgan Stanley um 4,6% bzw. um 5,5% zugelegt. Bankaktien litten gestern u.a. unter der deutlich rückläufigen Rendite für die 10-jährige Bundesanleihe, die wieder unter die Marke von 0,4% abrutschte. In diesem Umfeld verlor der Dax rd. 1,2%. Einer der größten Tagesverlierer war die Aktie von Volkswagen, die rd. 2,1% an Wert einbüßte. Hier belastete u.a. eine Klage eines deutschen Großkunden in Bezug auf den Abgasskandal. Auf europäischer Sektorebene waren am gestrigen Handelstag insbesondere Aktien aus dem Bereich Pharma gefragt, die im Schnitt um ca. 0,2% kletterten. Am Ende der Performancerangliste notierten Aktien aus dem Sektor Automobile, die durchschnittlich um 1,4% fielen. Die US-Börsen tendierten zu Wochenbeginn mit leichten Abschlägen. Politische Unsicherheiten in den USA und in Europa verhinderten weitere Kursgewinne. Auf Sektorebene waren v.a. IT-Werte (+0,1%) gefragt. Energieaktien büßten als Tagesverlierer 0,9% ein. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich (Nikkei 225: -0,4%).

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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