Dollar-Index kämpft mit der Marke von 100 - Nord LB Kolumne

Nachricht vom 26.01.2017 (www.4investors.de) - Trotz der Aussicht auf im Laufe des Jahres weiter steigende Fed-Leitzinsen ist die Währung der USA in den vergangenen Tagen unter einen gewissen Druck geraten. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar konnte inzwischen wieder in Richtung von 1,07 USD pro EUR steigen. Der breitere Dollar-Index kämpft momentan mit der psychologisch wichtigen Marke von 100.

Zur Erklärung des momentan zu beobachtenden leichten Drucks auf die US-Währung muss in Washington wohl eher auf den neuen Präsidenten und ins Finanzministerium geblickt werden. Die aktuelle Regierung sieht ganz offenkundig Probleme mit der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen – vor allem im Bereich des verarbeitenden Gewerbes. Neben den klassischen protektionistischen Maßnahmen der nationalen Handelspolitik (also Strafzölle und Kontingente) kann an dieser Stelle natürlich auch die Wechselkurspolitik ein hilfreiches Instrument sein. Insofern wünscht man sich vor allem im Weißen Haus offenbar kurzfristig eine schwächere US-Währung.

Die Frage nach der Politik des starken Dollars ist aber ein sehr zweischneidiges Schwert. Die USA profitieren als Volkswirtschaft natürlich auch vom Vertrauen der Märkte in die Reservewährung US-Dollar. Steven Mnuchin, der vom neuen Präsidenten nominierte Kandidat für den Posten des Finanzministers, betonte daher jüngst, dass es langfristig im Interesse der Vereinigten Staaten sein müsse, an der Politik einer starken US-Währung festzuhalten; kurzfristig könnte der Dollar auch seiner Auffassung nach schon etwas zu stark sein. Die von Mnuchin vertretene Einschätzung dürfte in der neuen Regierung konsensfähig sein. Auch Donald Trump wird nicht als der US-Präsident in die Lehrbücher der Wirtschaftsgeschichte eingehen wollen, der die generelle Politik des starken Dollars beendet hat. Zentrale Frage ist an dieser Stelle natürlich, was mit langfristig genau gemeint ist. In der Summe spricht die von der neuen Regierung geplante Handelspolitik zunächst allerdings schon gegen den Dollar.

Grundsätzlich sollte die Geldpolitik in Washington zwar stützend auf den Dollar wirken, es besteht mittlerweile jedoch die Gefahr, dass der Devisenmarkt schon zu starke Anpassungen der Fed Funds Target Rate erwarten könnte. Im FX-Segment werden momentan drei Leitzinsanhebungen um jeweils 25bp eingepreist. Unserer Auffassung nach ist eher mit zwei Zinsschritten zu rechnen; nur bei einer in 2017 sehr gut laufenden US-Wirtschaft könnten die Notenbanker in Bedrängnis kommen und entsprechend drei Veränderungen der Fed Funds Target Rate vornehmen müssen. Insofern sollte es perspektivisch – also bei nur zwei Leitzinsanpassungen – zu leichtem weiteren Druck auf die US-Währung kommen. Für diese Einschätzung spricht auch, dass ab dem 2. Halbjahr mit einer intensiveren Tapering-Diskussion in Euroland zu rechnen ist.

Fazit: Die US-Währung bleibt vor allem ein Spielball der Wirtschafts- und Geldpolitiker in Washington. Insbesondere die protektionistischen Ideen der neuen Regierung sprechen derzeit gegen den Dollar; Abwertungen der heimischen Währung sind schließlich auch eine mögliche handelspolitische Maßnahme. Zudem muss auch die EZB im Auge behalten werden.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Dollar
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759
Branche: Währung der USA - Wechselkurs Euro/US-Dollar

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