Underperformance der EM-Aktienmärkte im November und Dezember 2016 - Commerzbank-Kolumne

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Nachricht vom 11.01.2017 (www.4investors.de) - Nach dem sehr schwachen Jahr 2015 und dem „verkorksten“ Jahresstart 2016 feierten die EM-Aktienmärkte im Jahresverlauf 2016 ein beeindruckendes Comeback. Die Schwellenländeraktien (global) gewannen in 2016 8,6% ggü. dem Vorjahr. Damit erzielten sie ggü. den entwickelten Märkten (+5,3%) eine Outperformance (MSCI-Welt: +5,6%). Für Rückenwind sorgten v.a. steigende Rohstoffpreise, solide Makrodaten aus China sowie die anhaltende Niedrigzinsphase in weiten Teilen der Welt. Die US-Fed erhöhte den Leitzins erst im Dezember 2016. Für Schubkraft sorgten auch das Durchschreiten der konjunkturellen Talsohlen in Brasilien und Russland. Die Schwellenländer zeigten sich auch sehr resistent ggü. einer Reihe von negativen Ereignissen. So ging der „Brexit“ nahezu spurlos an den EM vorbei. Auch den Putschversuch in der Türkei und die Abwertung des Renminbi schüttelten die Börsen ab. Verkaufsdruck kam erst mit der überraschenden Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten im November 2016 in die EM-Aktienmärkte. Im November und Dezember 2016 erzielten die EM-Börsen daher eine Underperformance ggü. den Developed Markets. Belastend wirkten sich im Dezember 2016 auch steigende Zinsen in China aus. Auf Sektorebene (EM) erzielten 2016 zyklische Aktien eine klare Outperformance. So legten Energieaktien im Schnitt um fast 33% zu. Rohstoffaktien gewannen rd. 29%. Defensive Titel waren hingegen nicht gefragt. Pharmaaktien büßten als Jahresverlierer im Schnitt rd. 8,3% ein. Investoren zogen 2016 aus EM-Aktien netto rd. 3 Mrd. USD ab (2015: -73 Mrd. USD; 2014: -24 Mrd. USD). Regional ergab sich für die EM auf MSCI-Basis folgendes Bild: Asien ex-Japan: +2,9%; EMEA: +16,4%; Lateinamerika: +27,9%. Unter den großen Ländern stachen v.a. Brasilien (+61,3%) sowie Russland (+48,9%) hervor, die von steigenden Rohstoffpreisen, Währungsaufwertungen und von politischen Faktoren (Brasilien) profitierten.

Zinsen und Anleihen


Großbritannien: Industrieproduktion (Feb.), 10:30 Uhr

Der Handel am Rentenmarkt verlief gestern in engen Bandbreiten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen blieb unter der Marke von 0,30%, nachdem sie Montagfrüh noch auf 0,32% gestiegen war. Auch die Risikoaufschläge von Staatsanleihen der Europeripherie gegenüber Bundesanleihen bewegten sich kaum. Den Rentenmärkten fehlen derzeit Impulse, um sich stärker zu verändern und in eine Richtung zu tendieren. Beeindruckend ist aktuell die Aufnahmefähigkeit bei Neuemission von Unternehmensanleihen: In der ersten Handelswoche kamen fast 14 Mrd. Euro an den Markt, diese Woche scheint die Grenze von 10 Mrd. auch wieder locker geknackt zu werden. Dabei fällt auf, dass Investoren überwiegend recht unsensibel bezüglich der Risikoaufschläge der Neuemissionen sind und auch dann ihren Kaufauftrag nicht stornieren oder reduzieren, wenn der ursprünglich kommunizierte Risikoaufschlag stark verringert wurde. So plante zum Beispiel HeildelbergCement eine vierjährige Anleihe mit einem Risikoaufschlag von +80 Basispunkten über Swapmitte zu begeben. Nachdem die Nachfrage auf über 3 Mrd. Euro stieg – bei einem geplanten Anleihevolumen von 750 Mio. – wurde der Risikoaufschlag auf nur noch +55 Basispunkte zurückgenommen. Der Anlagedruck scheint besonders zum Jahresbeginn hoch zu sein, sodass fast jeder Preis und damit auch sehr niedrige Renditen akzeptiert werden. Unter Druck bleibt weiter der Ölpreis: Am Montag war er um fast 4% auf unter 55 US-Dollar je Fass der Sorte Brent gegenüber dem Vortag gefallen, gestern ging es erneut abwärts auf deutlich unter 54 US-Dollar je Fass. Der Markt scheint nicht überzeugt zu sein, dass es den Ölförderstaaten gelingen wird, ihre Produktion – wie Ende letzten Jahres vereinbart – zu drosseln, um mit einem verknappten Angebot den Ölpreis nachhaltig über der 50-Dollar-Marke zu halten.

Aktien


Am gestrigen Dienstag fielen die europäischen Märkte nicht mit Dynamik auf. Der Dax ging nur marginal verbessert aus dem Handel, MDax und Euro-Stoxx 50 stagnierten. Die französische Industrieproduktion war zwar im November deutlich stärker gestiegen als erwartet. Das brachte dem Markt aber keine Impulse. Zumindest auf Sektorebene wirkten sich die stark gestiegenen chinesischen Erzeugerpreise deutlicher aus. Rohstoffaktien wie BHP Billiton (+4,4%) und Anglo American (+7,5%) zählten zu den Gewinnern des Tages. Verlierer gab es im Finanzsektor. Die Deutsche Bank (-2,4%) verschob die Bekanntgabe ihrer neuen Strategiepläne, weil sie auf neue regulatorische Rahmenbedingungen wartet. Der Markt war trotz der halbwegs nachvollziehbaren Erklärung enttäuscht. Zu den Gewinnern im Dax gehörte Continental nach positiven Brokerkommentaren (+2,7%). Auch in Nordamerika gab es gestern Langeweile, der S&P verharrte unverändert, nachdem es am Anfang der Sitzung zunächst noch mehr Aufwärtsdruck gab. Die Technologiebörse Nasdaq schloss immerhin leicht verbessert. Die Handelsteilnehmer zeigten sich vor der heute anstehenden Pressekonferenz des neuen US-Präsidenten Donald Trump abwartend. Die erwarteten Details zu den angekündigten Konjunkturprogrammen werden eine große Rolle spielen. Die US-Berichtssaison startet in Kürze. Auf Einzelwertebene gefiel der Automobilsektor. General Motors (+3,7%) präsentierte eine zuversichtliche Geschäftsprognose. Das zog die Aktie des Konkurrenten Ford (+2,0%) mit nach oben. Der japanische Nikkei schloss heute Morgen leicht im Plus. Die chinesische Börse ist leicht im Minus. Auch hier warten die Marktteilnehmer auf Donald Trump.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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