Inflation in Deutschland steigt auf den höchsten Stand seit Juli 2013- Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 04.01.2017 (www.4investors.de) - Im Dezember lag der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland mit 1,7% (J/J) so hoch wie seit Juli 2013 nicht mehr. Haupttreiber für den kräftigen Zuwachs waren stark anziehende Preise für Treibstoffe und Heizöl. Nahrungsmittel verteuerten sich ebenfalls deutlich. Zwar dürfte auch die Kerninflation (also ohne Nahrungsmittel und Energiewerte) angestiegen sein, letztendlich aber nur leicht. Zudem ist absehbar, dass der hohe Anstieg der Gesamtrate nicht nachhaltig ist. Somit dürfte auch die Inflationsrate im Euroraum weiter unter dem 2%-Ziel der EZB bleiben, gebremst vom geringen Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit.

Zinsen und Anleihen


Euroraum: PMI Dienstleistungen (Dez), 10:00 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise (Dez), 11:00 Uhr
USA: Protokoll der letzten Fed-Sitzung, 20:00 Uhr

Die Renditen von Bundesanleihen ab einer Laufzeit von 3 Jahren stiegen gestern merklich an; die Rendite 10-jähriger erhöhte sich um bis zu 10 Bp. Gestern kamen Befürchtungen auf, die EZB könnte ihre Anleihekäufe in diesem Umfeld doch früher als erwartet herunterfahren. In Deutschland hat sich der Verbraucherpreisanstieg überraschend deutlich beschleunigt. Nach den Daten aus sechs Bundesländern stieg die Inflationsrate von 0,8% auf 1,7% J/J kräftiger an als erwartet; gerechnet hatte man lediglich mit einem Anstieg auf 1,4% J/J (siehe auch im Blickpunkt). Grund für den Sprung der Inflationsrate waren anziehende Preise für Treibstoffe und Heizöl, aber auch von Nahrungsmitteln. Im Durchschnitt stiegen die Preise in 2016 um 0,5% ggü. 2015 und damit stärker als erwartet (+0,3%). Heute wird die Inflationsrate für den Euroraum gemeldet, die nicht ganz so deutlich, aber immerhin von 0,6% auf 1,1% J/J angestiegen sein sollte. Gestern überraschten neben den Preisdaten die Konjunkturdaten positiv und unterstützen den Renditeanstieg an den Rentenmärkten. So ging die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland saisonbereinigt stärker als erwartet um 17.000 zurück. Im Gesamtjahr 2016 lag die Zahl der Arbeitslosen auf dem niedrigsten Jahresdurchschnittswert seit 25 Jahren. In Großbritannien erhöhte sich der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Dezember überraschend kräftig von 53,6 auf 56,1 Punkte. Auch in den USA fiel der ISM-Index mit einem Anstieg von 53,2 auf 54,7 Punkte stärker aus als gedacht; besonders kräftig erhöhten sich der Index für Auftragseingänge und bezahlte für Preise. Der EUR ging trotz der hohen Inflationszahlen in Deutschland weiter zurück und erreichte nach Meldung des ISM-Index mit unter 1,035 USD ein neues Jahrestief.

Aktien


Nach dem geglückten Jahresauftakt 2017 legten die europäischen Leitindizes auch am zweiten Handelstag des neuen Jahres zu. Eine Ausnahme bildete der deutsche Leitindex. Hier verzeichnete der Dax ein kleines Minus von 0,1%; 16 Titel verzeichneten Verluste. Die Börse in der Schweiz, die vorgestern feiertagsbedingt geschlossen hatte, legte um 1,2% zu. Kurstreibend wirkten u.a. solide Makrodaten aus Asien. So stieg der Caixin-Einkaufsmanagerindex in China auf den höchsten Stand seit Januar 2016. Im Gegensatz zum Vortag sprang die Rendite für die 10jährige deutsche Staatsanleihe kräftig an, sicherlich auch befeuert durch den stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland. So verwundert es nicht, dass Bankenwerte in Europa zu den stärksten Kursgewinnern zählten. Im Schnitt legten die Indexmitglieder um 2,8% zu (Finanzdienstleister: +1,5%). Im Dax glänzte die Notierung der Commerzbank mit einem Plus von 4,3% (Deutsche Bank: +1%; hier belastete jedoch eine Votenherabstufung eines Brokers). Gesucht waren auch Automobilwerte, die im Schnitt um 1,2% gewannen. Wie am Vortag war die Aktie von Volkswagen stark gesucht; sie kletterte um 2% und überwand die Marke von 140 Euro. Steigende Zinsen belasteten insbesondere Immobilienwerte, die in Europa mit durchschnittlichen Abschlägen von 1,5% zu den Tagesverlierern gehörten. Der erste Handelstag in den USA bescherte den Börsen gleich wieder Kursgewinne. So stieg der Dow Jones-Index um 0,6% und nahm damit wieder Kurs auf die Marke von 20.000 Punkten. Die Aktie von Verizon stieg nach einer Kaufempfehlung um 2,3%. Auf Sektorebene setzten sich Telekomwerte mit durchschnittlichen Zuwächsen von 1,9% an die Performancespitze. Versorgertitel verloren im Schnitt 0,3%. Die Börsen in Asien tendierten freundlich. In Japan gewann der Nikkei 225 am ersten Handelstag 2017 rd. 2,5%; der Yen wertete etwas ab.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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