Deutsche blicken mit wenig Zuversicht auf 2017 - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 03.01.2017 (www.4investors.de) - Sehr zuversichtlich gehen die Deutschen nicht ins neue Jahr: Das ist das Ergebnis der Neujahrsumfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach. Im Einklang mit den Worten Ludwig Erhardts „Wirtschaft ist zu 50% Psychologie“ ist die Prognosequalität der Umfrage gar nicht schlecht, wenn man sie mit dem tatsächlichen Wirtschaftswachstum im darauf folgenden Jahr vergleicht. Schlechter war die Stimmung jedoch 2008 (Finanzkrise) und 2003 (im Vorfeld des Irakkriegs). Tatsächlich dürfte sich das Wachstumstempo 2017 verlangsamen. Der Konsum wird jedoch die Haupttriebfeder bleiben. Merke – auch schlechtgelaunte Konsumenten werden 2017 Geld ausgeben. Wahrscheinlich sogar mehr als 2016.

Zinsen und Anleihen


Frankreich: Verbraucherpreise (Dez.), 8:45 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahl (Dez.), 9:55 Uhr
Deutschland: Verbraucherpr., vorläufig (Dez.), 14 Uhr
USA: ISM-Index verarbeitend. Gewerbe (Dez.), 16 Uhr

Der Jahresauftakt am Rentenmarkt begann freundlich: Der Mitte Dezember begonnene Aufwärtstrend in den Kursen setzte sich weiter fort. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank dementsprechend gestern um bis zu fünf Basispunkte auf 0,16% im Tief. Die Risikoaufschläge von Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Portugal gegenüber deutschen Staatstiteln gingen erneut zurück. Dieser für den Rentenmarkt positive Handelsbeginn verwunderte etwas, weil doch eher erfreuliche Wirtschaftsdaten gemeldet wurden: So hat sich die Stimmung der Industrieunternehmen im Euroraum im Dezember weiter aufgehellt. Gegenüber November stieg der Wert des Einkaufsmanagerindex um 1,2 Punkte auf 54,9 Zähler und bestätigte damit die Erstschätzung. Dies ist der höchste Wert seit April 2011 und der vierte Anstieg in Folge. In Spanien, Italien und selbst in Griechenland verbesserte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe deutlich. Dem starken Stimmungsanstieg mag der zum Jahresende schwächere Euro geholfen haben, der somit Exporte aus dem Euroraum begünstigt. Seit November fiel der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung von 1,11 auf aktuell 1,04 US-Dollar je Euro. Lediglich in China enttäuschte die Stimmung der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen leicht. Die von der nationalen Statistikbehörde genannten Zahlen wiesen für Dezember leichte Rückgänge gegenüber dem Vormonat aus, bleiben aber nach wie vor im Wachstumsbereich. Heute früh veröffentlichte das Wirtschaftsmagazin „Caixin“ seinen Indikator, der sich bei seiner Umfrage auf kleinere und private Firmen fokussiert. Demnach hat sich die Stimmung in der Industrie nach dem leichten Vormonatsrückgang deutlich verbessert.

Aktien


Nachdem der Dax in 2016 um rd. 6,9% zulegen konnte und am letzten Handelstag nochmals ein neues Jahreshoch erzielte, rechneten viele Anleger zunächst mit einem verhaltenen Start in das neue Jahr, zumal viele Börsen feiertagsbedingt geschlossen hatten (u.a. China, Japan, USA, Großbritannien, Schweiz). Umso mehr überraschte der sehr freundliche Börsenstart ins neue Jahr 2017, der dem deutschen Leitindex gleich ein ansehnliches Plus von 0,9% bescherte. Als Kurstreiber wirkten dabei insbesondere zwei Faktoren. Zum einen der schwache Euro und zum anderen robuste Makrodaten aus Italien. Erstere verhalfen vor allem exportorientierten Werten wie Volkswagen (+3,3%) zu kräftigen Gewinnen. Der solide Einkaufsmanagerindex aus Italien sorgte für einen Traumstart des italienischen Leitindexes (+1,7%), der auch von ermutigenden Nachrichten aus dem Bankensektor profitierte (Unicredit: +2,6%). Trotz der spürbar gesunkenen Rendite für die zehnjährige deutsche Staatsanleihe gewann sowohl die Aktie der Commerzbank (+3,5%) als auch diejenige der Deutschen Bank (+1,7%) deutlich an Wert. Auf europäischer Sektorebene waren am gestrigen Handelstag insbesondere Titel aus den Bereichen Automobile sowie Öl & Gas gesucht, dessen Indexmitglieder um durchschnittlich 1,4% bzw. um 0,8% kletterten. Am Ende der Performancerangliste standen dagegen Aktien aus dem Sektor Nahrungsmittel & Getränke mit durchschnittlichen Gewinnen von lediglich 0,2%. Die US-Börsen hatten gestern feiertagsbedingt geschlossen. Der Dow Jones-Index legte in 2016 um rd. 13,4% zu und verfehlte nur knapp die Marke von 20.000 Punkten. Die Börsen in Asien tendierten überwiegend freundlich. Positive Makrodaten aus China (Einkaufsmanagerindex Caixin) sorgten für einen freundlichen Start chinesischer Festlandaktien ins neue Jahr. Die Börse in Japan blieb feiertagsbedingt nach wie vor geschlossen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank | WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Aktienindex: DAX | Homepage: http://www.commerzbank.de/ | Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.






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