Formycon: Vertrauen schafft man „dadurch, dass man die kommunizierten Ziele auch erreicht“

Formycon-Finanzvorstand Nicolas Combé im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Formycon.

Formycon-Finanzvorstand Nicolas Combé im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Formycon.

Nachricht vom 27.12.2016 (www.4investors.de) - Am 1. März 2017 wird der Entry Standard am Frankfurter Aktienmarkt durch ein neues Börsensegment ersetzt. Die Redaktion von www.4investors.de hat Formycon-Finanzvorstand Nicolas Combé zu den Auswirkungen für das Unternehmen befragt, das im Entry Standard notiert. Der Manager lobt die die „vertrauensbildenden Maßnahmen“und Pläne der Deutschen Börse, mit denen man sich intensiv beschäftige.


www.4investors.de: Die Deutsche Börse AG hat zum 1. März 2017 ein neues Marktsegment angekündigt, das den Entry Standard ersetzen soll. Hat sie die Entscheidung der Börse überrascht und können sie diese angesichts der vielen Pleiten im Entry Standard für Aktien und Anleihen nachvollziehen?

Combé:
Die Entscheidung kam nicht wirklich überraschend. Die Anzeichen dafür hatten sich bereits seit einiger Zeit verdichtet, zumal der Anstoß wohl auch von Investorenseite kam. Aus den von Ihnen genannten Gründen ist es nachvollziehbar, dass die Deutsche Börse versucht, über eine Segmentierung und neue Kriterien eine größere Transparenz für die Anleger zu schaffen. Als notiertes Unternehmen begrüßen wir solche vertrauensbildenden Maßnahmen.

www.4investors.de: Kann das neue Segment das Vertrauen in den Kapitalmarkt zurück bringen, das in den letzten Jahren durch den Neuen Markt und den Entry Standard verloren gegangen ist?

Combé:
Ich würde nicht pauschal von verloren gegangenem Vertrauen sprechen. Letztlich liegt es an den einzelnen Unternehmen, ob sie es schaffen, durch ihr Verhalten das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Dies erreicht man insbesondere dadurch, dass man die kommunizierten Ziele auch erreicht. Das ist unabhängig vom Index, in dem man notiert ist. Im Übrigen ist es bisher auch im Entry Standard möglich gewesen, Vertrauen herzustellen. Aber natürlich ist ein Segment hilfreich, dass bestimmte Standards und Qualitätskriterien verlangt.

www.4investors.de: Sind sie mit dem neuen Segment in der vorgeschlagenen Form zufrieden oder hätten sie es anders aufgebaut?

Combé:
Letztlich wird es darauf ankommen, wie das neue Segment und seine Regeln in der Praxis ausgelegt und umgesetzt werden. Positiv finde ich den Ansatz, dieses Segment stärker vermarkten zu wollen.

www.4investors.de: Wie werden sie als betroffene Gesellschaft nun reagieren – wird es einen Wechsel in das neue Segment mit seinen deutlich umfangreicheren Folgepflichten geben, oder steht der Zwangswechsel in ein niedriger reguliertes Segment bevor?

Combé:
Wir finden die Pläne für das neue Börsensegment interessant und beschäftigen uns derzeit intensiv damit.

www.4investors.de: Mit welchen zusätzlichen Kosten rechnen sie aufgrund der deutlich erweiterten Pflichten des Handelssegments für die Emittenten, zum Beispiel was Research und Transparenzpflichten angeht?

Combé:
Die Transparenzpflichten wurden ja bereits mit der Umsetzung der Marktmissbrauchsverordnung zur Jahresmitte 2016 verschärft. Nach unserer Kenntnis sollen die Anforderungen darüber hinaus nicht signifikant weiter steigen. Höhere Kosten ergeben sich somit unmittelbar nur durch die Anhebung der Notierungsgebühren durch die Deutsche Börse AG.

www.4investors.de: Das neue Marktsegment wird in weniger als drei Monaten an den Start gehen. In diese Zeit fallen Weihnachten und Neujahr und damit die Ferienzeit. Ist der Zeitraum ausreichend, um als Unternehmen die Voraussetzungen für das neue Marktsegment zu erfüllen?

Combé:
Wie gesagt wird es nach unserem derzeitigen Wissen keine wesentlichen zusätzlichen Anforderungen geben verglichen mit denen, die bereits heute im Entry Standard gelten. Durch die vorgesehene Grandfather-Regelung für Unternehmen, die bereits im Entry Standard gelistet sind, sollte eine Einbeziehung in das neue Segment im Übrigen relativ unproblematisch sein. Aus diesem Grund sehen wir keine zeitlichen Probleme.

www.4investors.de: Eine Neuerung ist, dass die Deutsche Börse ein unabhängiges Research über die notierten Unternehmen in Auftrag geben wird und nicht die Unternehmen selbst Analysten beauftragen. Was halten Sie von dieser Regelung?

Combé:
Ein qualitativ gutes Research ist ein wesentlicher Informationskanal für Investoren. Von daher halten wir die Pläne der Deutschen Börse für sinnvoll.


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