Sind die Probleme in Italien wirklich abgehakt? - National-Bank Kolumne

Ihr 4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen kostenlos per Mail:


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!
Wir geben ihre Mailadresse nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Nachricht vom 06.12.2016 (www.4investors.de) - Die Reaktionen der Kapitalmärkte auf das Abstimmungsergebnis in Italien hinterließen den Eindruck einer verkehrten Welt. Die Zukunft des Euroraums droht trotz des vorerst verschobenen Rücktritts Matteo Renzis ein Stück unsicherer und instabiler zu werden. Das ist in Anbetracht der Krisen, die die Regionen in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, zwar nichts Neues. Dieses mal geht es aber um das nach Wirtschaftsleistung drittgrößte Land und in absoluter Verschuldung gerechnet am höchsten verschuldete Land im Euroraum. Das Land ist zweifelsohne zu „groß“, um es zu retten. Die europäischen Partner können sich die Entwicklung nur von der Seitenlinie ansehen und ggf. gut gemeinte Ratschläge erteilen. Dennoch wurde gestern nicht nach Sicherheit gesucht. Mehr oder weniger alle Staatsanleihekurse gaben nach. Der Euro konnte gegen alle wichtigen Währungen zulegen, und die Aktienmärkte, abgesehen vom italienischen, legten deutlich zu. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es zu einigen Shorteindeckungen am Devisen- und am Aktienmarkt gekommen sein muss. Schließlich sind die Probleme des Euroraums nicht kleiner, sondern größer geworden. Die Hoffnungen ruhen auf den Maßnahmen der EZB. Das vor einiger Zeit diskutierte Tapering ist erst einmal vom Tisch. Die Verlängerung des QE-Programms um mindestens sechs Monate bei unverändertem Volumen von 80 Mrd. Euro/Monat ist die Mindestforderung an die EZB. Die Messlatte liegt erneut hoch. Mario Draghi läuft das Risiko, die Investoren zu enttäuschen.

Gestern ging der Auftrag von ECOFin an den ESM, Griechenland erste Schuldenerleichterungen zu gewähren. Dabei geht es vor allem um die erneute Streckung von Verbindlichkeiten des Landes, was zu einer Reduzierung der Schuldenlast um 20 Prozentpunkte gemessen am BIP führen soll. Der IWF ist allerdings immer noch nicht am dritten Hilfspaket für Griechenland beteiligt, und gemäß Eurogruppenchef ist die entsprechende Entscheidung auch in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Gerade die Länder, die die Zustimmung nur unter der Maßgabe einer IFW-Beteiligung erteilt haben, stehen allmählich vor Rechtfertigungsproblemen. Zentraler Streitpunkt bleibt die Schuldentragfähigkeit des Landes. Außerdem sieht es einmal mehr danach aus, als ob Griechenland vereinbarte Reformen nicht oder nicht vollständig umgesetzt hat.

Einige US-Notenbanker haben sich gestern zur künftigen Geldpolitik geäußert: Sie können sich durchaus vorstellen, dass der Leitzinspfand durch eine fiskalische Stimulierung in den USA steiler wird, als es bisher angenommen wird. Zugleich lehnen einige Vertreter die fiskalische Unterstützung der Wirtschaft nicht grundsätzlich ab. Sie unterstellen dabei jedoch, dass diese Maßnahmen gezielt zur Steigerung der Produktivität in den USA eingesetzt werden, so dass das Potenzialwachstum wieder höher wird. Zur US-Produktivität werden heute sowieso Daten für das dritte Quartal veröffentlicht. Die Lohnstückkosten sollen nur ganz leicht, die Produktivität umso stärker gestiegen sein. Außerdem sind die Auftragseingänge zu beachten. Schließlich gab es in den letzten Monaten aus dem verarbeitenden Gewerbe einige Lebenszeichen, was sich nun wieder bestätigen sollte. In Europa dürften insbesondere die Auftragseingänge für die deutsche Industrie von Bedeutung sein. Schließlich gab es hierzulande einige Schwächesignale.

Die Investoren werden vor allem auf die Tagung des EZB-Rats am Donnerstag schauen. Der Bund Future (März Kontrakt) dürfte kaum verändert in den Handelstag starten und zwischen 161,25 und 162,55 schwanken. Die Rendite 10jähriger US-T-Notes dürfte sich zwischen 2,34 und 2,45% bewegen.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

PfeilbuttonSTARAMBA: Wohin geht der Weg? - Exklusiv-Interview
PfeilbuttonSofting-CEO Trier: „Gewinnsprung von rund 50 Prozent in 2018 erwartet“ - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonDEAG: Vielfältige Pläne nicht nur in Großbritannien - Exklusiv-Interview!




Aktie: National-Bank
WKN: 808150
ISIN: DE0008081506
Branche: Kolumnisten

News und Informationen zur National-Bank Aktie

comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

25.06.2017 - Allianz plant Verkauf
23.06.2017 - uhr.de holt sich Geld
23.06.2017 - Solarworld: Zweifache Kündigung
23.06.2017 - Deutsche Post: Neuer Personalvorstand
23.06.2017 - Bastei Lübbe spricht Gewinnwarnung aus
23.06.2017 - RWE: Sonderdividende dank Atomsteuer
23.06.2017 - Bayer: Erfolg bei der EU
23.06.2017 - Commerzbank rechnet mit Verlustquartal
23.06.2017 - va-Q-tec: Veränderungen im Vorstand
23.06.2017 - Capital Stage: Grünes Licht bei Chorus Clean Energy


Chartanalysen

23.06.2017 - Aurelius Aktie: War das die Einstiegschance?
23.06.2017 - Evotec Aktie: Wann kommt die große Korrektur?
23.06.2017 - Commerzbank Aktie: Zwischen Hoffen und Bangen
23.06.2017 - Volkswagen Aktie: Das kann spannend werden!
22.06.2017 - Gazprom Aktie: Wird das die große Wende?
22.06.2017 - Deutsche Bank Aktie: Die Bullen haben Chancen, aber…
22.06.2017 - LPKF Laser Aktie: Wende nach oben geschafft?
22.06.2017 - Paion Aktie auf der Kippe - wohin geht der Trend?
21.06.2017 - Heidelberger Druck Aktie: Müssen die Bullen jetzt zittern?
21.06.2017 - Gazprom Aktie: Bärenfalle oder Bärenrausch - jetzt zählt es


Analystenschätzungen

23.06.2017 - SAP: Commerzbank stuft ab
23.06.2017 - Software AG: Sinken die Markterwartungen?
23.06.2017 - Volkswagen: Neue Unsicherheit
23.06.2017 - Deutsche Bank: Deutliche Verkaufsempfehlung
23.06.2017 - Airbus: Paris stützt das Rating
23.06.2017 - E.On: Zweistelliges Kursziel
23.06.2017 - Deutz: Kaufempfehlung entfällt
23.06.2017 - ThyssenKrupp: Boote, Stahl und Kosten
23.06.2017 - Commerzbank: Das freut Investoren
23.06.2017 - Salzgitter: Deutliche Hochstufung der Aktie


Kolumnen

23.06.2017 - BMW Aktie: Abwärtskeil wird bald verlassen - UBS Kolumne
23.06.2017 - DAX: Frische Impulse bleiben Mangelware - UBS Kolumne
22.06.2017 - ThyssenKrupp Aktie: Aktie hebt sich positiv ab - UBS Kolumne
22.06.2017 - DAX: Weitere Abgaben drücken auf Index - UBS Kolumne
20.06.2017 - Europa funktioniert! – Bank Sarasin Kolumne
20.06.2017 - Kapitalmärkte bilden synchronen Weltwirtschaftsaufschwung ab - National-Bank Kolumne
20.06.2017 - Sinkende Inflationserwartungen am US-Bondmarkt – Korrekturgefahr steigt - Commerzbank-Kolumne
20.06.2017 - FMC Aktie: Konsolidierungsende naht - UBS Kolumne
20.06.2017 - DAX: Neues historisches Hoch in Reichweite - UBS Kolumne
19.06.2017 - Bund Future wird langfristigen Abwärtstrend vermutlich fortsetzen - National-Bank Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR