Commerzbank: Die Inflationsraten in Großbritannien und den USA steigen im September

Nachricht vom 19.10.2016 19.10.2016 (www.4investors.de) - In Großbritannien ist die Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit November 2014 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich um 1,0%. Haupttreiber waren die Energiepreise. Die Kernrate stieg auf 1,5% J/J (Vorjahr 1,3%). Der steigende Preisauftrieb bremst zwangsläufig die britische Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Auch in den USA wird die Inflationsrate von steigenden Energiepreisen nach oben gezogen. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Preisauftrieb auf 1,5%, im August waren es noch 1,1% gewesen. Dagegen sank die Kernrate leicht. Die Jahresrate fiel auf 2,2%, nach 2,3% im August. Eine Zinserhöhung im Dezember bleibt auf der Tagesordnung.

Zinsen und Anleihen


China: BIP-Wachstum (3. Quartal), 04:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitsmarktbericht (Sep.), 11:00 Uhr
USA: Hausbaubeginne/-genehmigungen, 14:30 Uhr

An den Rentenmärkten überwog gestern eine freundliche Tendenz, die sich nur kurzfristig eintrübte. Es wurden Preisdaten aus Großbritannien und den USA gemeldet, die auf einen leicht steigenden Preisdruck hindeuten. Die vierteljährliche Umfrage der EZB zu den Kreditvergabebedingungen der Banken zeigt ein uneinheitliches Bild. Während die Vergabebedingungen für Unternehmenskredite stagnierten, wurden die Bedingungen für Verbraucher- und Immobilienkredite weiter gelockert. Die Kreditnachfrage der Unternehmen und privaten Haushalte hat sich erhöht. Die Umfrage wurde dahingehend bewertet, dass die EZB weiteren Handlungsbedarf habe. Vor der EZB-Ratssitzung am Donnerstag hielten sich die Investoren mit Neupositionierungen weiter zurück. Änderungen in der EZB-Politik werden nicht erwartet, jedoch Hinweise auf mögliche weitere Maßnahmen. In Großbritannien stieg die jährliche Inflationsrate im September von 0,6% auf 1,0% J/J, den höchsten Stand seit November 2014 (siehe dazu „Im Blickpunkt“). Die Verbraucherpreise erhöhten sich aufgrund der Entwicklung der Energiepreise kräftiger als erwartet. Vor allem trug aber auch das nach dem Brexit-Votum deutlich gefallene britische Pfund dazu bei. Seit dem Referendum gab das GBP 18% zum USD und 15% zum EUR nach. Nach den britischen Preisdaten konnte sich das Pfund wieder stärken. Zudem gab es Spekulationen auf einen „sanften Brexit“. Auch in den USA stiegen die Verbraucherpreise im September deutlich an, was allerdings erwartet worden war (+0,3% M/M nach +0,2% M/M bzw. +1,5% J/J nach +1,1% J/J). Dagegen ging die Kernrate der Verbraucherpreise (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) von 2,3 auf 2,2% J/J zurück. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember blieb deutlich über 60%.

Aktien


American Express, Ergebnis Q3
eBay, Ergebnis Q3
Metro, Umsatz Geschäftsjahr 2015/2016
Rio Tinto, Q3 Operation Report

Das Auf und Ab an den europäischen Aktienbörsen setzt sich weiter fort. Nach dem schwächeren Wochenauftakt konnten die Kurse am Dienstag wieder deutlicher zulegen. Unterstützend wirkten unter anderem die aktuellen Inflationsdaten aus den USA. Ansonsten bestimmten vor allem Analystenkommentare das Geschehen. Im Dax 30 profitierten die Aktien der Versorger RWE (+3%) und E.ON (+1,6%) von der Anmerkung eines Brokerhauses zum sich anbahnenden Ende des Disputs um die Atom-Altlasten. Schwächer entwickelten sich dagegen einzig die Titel von Continental (-1,3%) nach einer Herabsetzung der Jahresziele. Im MDax waren die Titel von Südzucker (-6,2%) nach der Herabstufung eines Analysehauses klares Schlusslicht. Im EUROSTOXX 50 konnten alle Branchen Gewinne verbuchen. Am besten entwickelten sich dabei die Banken (+2,1%). An der Spitze des Leitindex des Euroraums standen dementsprechend mit Société Générale (+3,2%), Banco Bilbao (+3%) und Intesa SanPaolo (+2,7%) einzig Kreditinstitute. Am Ende der Kursliste befanden sich die Aktien von Danone (-0,2%), die unerwartet schwache Umsatzzahlen präsentiert hatten. An der Wall Street sorgten vor allem die veröffentlichten Quartalsberichte für gute Laune der Anleger. Besonders im Fokus und an der Spitze des Nasdaq 100 standen dabei Netflix (+19%) nach starken Unternehmenszahlen. Im Dow Jones Industrial führte mit dem Krankenversicherer UnitedHealth (+6,9%) ebenfalls ein Konzern die Kursliste an, der gute Zahlen vorgelegt und auch seine Prognose angehoben hatte. Auch hier notierten alle Branchen im Plus, angeführt vom zuletzt schwachen Gesundheitsbereich (+1,1%). Die asiatischen Märkte haben sich heute Morgen kaum von der Stelle bewegt.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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