Commerzbank: Ölpreiserholung auf Sand gebaut

Nachricht vom 24.03.2016 (www.4investors.de) - Der Ölpreisanstieg der letzten Wochen ist vor allem spekulativ getrieben - an den Terminmärkten wurde massiv gekauft. Dabei regte die Erwartung zu Käufen an, dass der Angebotsüberschuss im 4. Quartal abgebaut sein wird, da die Nicht-OPEC-Produktion sinkt und sich die Ölexporteure auf ein Einfrieren der Produktion verständigen könnten. Die Erwartungen sind aber optimistisch, u.a. da die Nachfrage wegen Lageraufstockungen robuster erscheint als sie ist. Selbst ein Eintreffen dieser nun eingepreisten Erwartungen dürfte angesichts der hohen Lagerbestände und hohen Kapazitätsreserven aber kein Ende des Angebotsdrucks bedeuten. Zu bedenken ist auch: Zunächst wird sich saisonal-bedingt die Nachfragelücke wieder ausweiten.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: GfK Verbrauchervertr. (Apr.), 8:00 Uhr
Großbritannien: Einzelhandelsums. (Feb.), 10:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 13:30 Uhr
USA: Auftragseing. langleb. Güter (Feb.), 13:30 Uhr

Wie in der Karwoche üblich gab es an den Rentenmärkten gestern wenig Bewegung und wenig Impulse. Bundesanleihen bewegten sich in ruhigen Bahnen mit leichten Kursverlusten im mittleren und längeren Laufzeitenbereich. Die Aufstockung der 30-jährigen Bundesanleihe (2,5% Bund bis 15.08.2046) verlief schleppend, die Nachfrage war gering. Die Durchschnittsrendite fiel mit 0,94% deutlich höher aus als bei der letzten Auktion im Februar mit 0,77%, die damals nahe ihrem diesjährigen Renditetiefpunkt notierten. Im späten Handel drehten die Kurse ins Plus. Die Rohölpreise gaben gestern deutlich nach; der Preis für ein Barrel der Marke Brent fiel von 41 auf 39,80 USD. Schon im Vorfeld der Meldung wurde spekuliert, dass die US-Ölreserven stark angestiegen sind. Gemeldet wurde ein Anstieg der Ölreserven um 9,4 Mio. Barrel auf 532,5 Mio. Barrel in der vergangen Woche, viel kräftiger als erwartet worden war. Dies bestätigte Befürchtungen, dass das Überangebot weiterhin sehr groß ist. Der Rohölpreis der Marke Brent erreichte im Januar einen Tiefpunkt; er fiel unter 27 USD für ein Barrel. Im März überstieg der Ölpreis die Marke von 40 USD und legte damit um gut 50% zu. Der gesunkene Rohölpreis war mit ausschlaggebend für die niedrigen Preissteigerungsraten. Die Inflationsrate fiel im Euroraum im Februar auf minus 0,2% erneut unter die Nulllinie und war mit Auslöser für die umfangreichen EZB-Maßnahmen, die am 10. März beschlossen wurden. Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung in den USA haben gestern den EUR belastet. Der Fed-Präsident von St. Louis, James Bullard, hatte darauf hingewiesen, dass die Fed aufgrund der guten Konjunktur gezwungen sein könnte, die Leitzinsen schneller anzuheben.

Aktien


Continental, Geschäftsbericht
Fresenius Medical Care, Geschäftsbericht

An den europäischen Aktienmärkten sorgte zunächst der wieder schwächere Dollar dafür, dass Exportwerte und damit auch die Indizes deutlich im Plus lagen. Die Terrorakte des Vortages waren kein Thema mehr. Allerdings konnten bei unterdurchschnittlichen Umsätzen die anfänglichen Gewinne nicht gehalten werden. Kommentare von Fed-Offiziellen, die eine Zinserhöhung im April (und damit deutlich früher als vom Markt erwartet) nicht ausschlossen, drückten auf die Stimmung. Gleiches galt für die wieder rückläufigen Preise bei Rohstoffen. Am Ende notierten die Indizes auch Dank einer schwächer eröffnenden Wall Street uneinheitlich, wobei der DAX und der Schweizerische SMI (+0,3% bzw. 0,5%) zu den Gewinnern und der italienische MIB und der spanische IBEX (-1,3 bzw. -0,7%) zu den Verlierern gehörten. Auf Branchenseite (Stoxx) waren defensive Sektoren gefragt, während es für Grundstoff- (-2,1%), Energie- (-1,6%) und Banktitel (-1,6%) am stärksten abwärts ging. An den US-Märkten schlossen die Indizes nach einem recht ereignislosen und dünnen Handel im Minus und nahe der Tagestiefs. Das Hauptthema stellten die „falkenhaften“ Fed-Aussagen dar, was auch über den stärkeren US-Dollar zu einer Belastung am Aktienmarkt führte. Der wieder rückläufige Ölpreis kam erschwerend hinzu. Allein Versorger (+0,7%) und Verbrauchsgüter (+0,03%) konnten sich im Plus halten. Energie- und Grundstofftitel (-2,1% bzw. -1,2%) verloren am stärksten. Auf Unternehmensseite fiel u.a. Nike (-3,8%) mit einem schwachen Ausblick auf. In Asien folgen die Indizes den schwachen Vorgaben und notieren ohne neue Nachrichten überwiegend im Minus. Angesichts der anstehenden Feiertage und eines überschaubaren Datenkalenders dürfte heute an den europäischen Märkten nicht allzu viel los sein und sich die schwächere Tendenz fortsetzen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

(Ads)

PfeilbuttonXtrade: Der neue CFD Investment-Kanal
PfeilbuttonPyrolyx:Recycelte Reifen öffnen Milliardenmarkt - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonEterna: Für weitere Marktveränderungen gut gewappnet - Interview zur neuen Anleihe
PfeilbuttonMensch und Maschine: Exklusiv-Interview mit Adi Drotleff - Dividende wird steigen!


Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

25.02.2017 - Nordex: Rollen nach der Gewinnwarnung nun Köpfe?
25.02.2017 - Wirecard: Bilanzgerüchte, Staatsanwälte, Manipulationen – eine wilde Woche
24.02.2017 - Elanix Biotechnologies: Erfolgreiche Finanzierungsrunde
24.02.2017 - Singulus denkt über Darlehen nach
24.02.2017 - GUB Wagniskapital plant den Gang an die Hamburger Börse
24.02.2017 - Pyrolyx: Gurdjian übernimmt
24.02.2017 - init: Wechsel im Finanzressort
24.02.2017 - FinLab: Förtsch verlässt Aufsichtsrat - Wechsel in neues Segment
24.02.2017 - Medigene Aktie: Kurseinbruch im Anmarsch?
24.02.2017 - Heliad Equity Partners will in das Scale-Segment der Börse Frankfurt


Chartanalysen

24.02.2017 - Medigene Aktie: Kurseinbruch im Anmarsch?
24.02.2017 - QSC Aktie: Wo stoppt der Kurseinbruch?
24.02.2017 - WCM Aktie: Neue Kaufsignale?
24.02.2017 - K+S Aktie: Wichtige Signale voraus
24.02.2017 - Dialog Semiconductor: Ganz wichtige News!
24.02.2017 - PNE Wind Aktie: Gewinnmitnahmen, oder kommt da noch mehr?
23.02.2017 - Daimler Aktie: Raus aus der Konsolidierung, aber...
23.02.2017 - Evotec Aktie: Kommt die Hausse zurück?
22.02.2017 - Paion Aktie: Raus aus der Tristesse?
22.02.2017 - Nordex Aktie: Alles wartet auf dieses eine Signal!


Analystenschätzungen

24.02.2017 - Nordex: Vertrauen komplett weg
24.02.2017 - Dialog Semiconductor: Das steckt noch mehr drin
24.02.2017 - Aixtron: Kursziel kommt unter die Räder
24.02.2017 - Nordex: Das ist eine Überraschung – Aktie mit Kaufempfehlung
24.02.2017 - Rocket Internet: Kaufen trotz Schweden-Verkauf
24.02.2017 - Wirecard: Vorwürfe bleiben ein Thema – Kurs unter Druck
24.02.2017 - Adva Optical Networking: Aktie erscheint unterbewertet
24.02.2017 - Airbus: 10 Euro Aufschlag
24.02.2017 - MTU: Gewinnprognosen steigen an
24.02.2017 - Nordex: Schockierende Erkenntnis


Kolumnen

24.02.2017 - Politischen Sorgen treiben Investoren in Bundesanleihen - National-Bank Kolumne
24.02.2017 - Ölmarkt dreht von Contango in Backwardation - Commerzbank-Kolumne
24.02.2017 - Deutsche Bank Aktie: Seitwärtsphase setzt sich fort - UBS Kolumne
24.02.2017 - DAX: Vorerst an 12.000-Punkte-Marke gescheitert - UBS Kolumne
23.02.2017 - Deutschland BIP: Bauinvestitionen legen ordentlich zu - VP Bank Kolumne
23.02.2017 - Politische Risiken im Euroraum beunruhigen die Investoren - National-Bank Kolumne
23.02.2017 - ifo-Index setzt Serie der konjunkturellen Positivüberraschungen fort - Commerzbank-Kolumne
23.02.2017 - ThyssenKrupp Aktie: Kurssprung eröffnet Aufwärtspotenzial - UBS Kolumne
23.02.2017 - DAX: Das Allzeithoch rückt in greifbare Nähe - UBS Kolumne
22.02.2017 - ifo-Geschäftsklima: Die Rückkehr der Zuversicht - Nord LB Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR