Commerzbank: Wachstum im Euroraum stabil – und kraftlos

Nachricht vom 23.03.2016 (www.4investors.de) - Zum Jahreswechsel hatte sich laut dem Ifo-Index das Geschäftsklima innerhalb deutscher Unternehmen merklich eingetrübt – wohl vor allem angesichts konjunktureller Risiken in China. Nach den Auftragseingängen zeichnete gestern auch das Geschäftsklima ein wieder etwas freundlicheres Bild. Auch der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum stabilisierte sich. Das passt zu unseren Konjunkturerwartungen: Zwar ist ein selbsttragender Aufschwung in weiter Ferne, aber die mit der Entwicklung in China verknüpften Sorgen erweisen sich als übertrieben. Die Erholung bleibt aber schwach und dürfte sich im Euroraum wie auch in Deutschland mit demselben Tempo wie zum Jahresende 2015 fortsetzen.

Zinsen und Anleihen


USA: Neubauverkäufe (Februar) 15.00 Uhr

Die Erschütterungen der Brüsseler Terroranschläge waren auch an den Kapitalmärkten zu spüren. Ein Hauch von Risikoaversion kam auf, wovon in der ersten Reaktion besonders erstklassige Staatsanleihen profitierten. Dies überlagerte die Nachricht einer unerwarteten Erholung der Geschäftsstimmung im Verarbeitenden Gewerbe des Euroraums sowie des Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland (siehe „Im Blickpunkt“). Besonders auffallend war die Schwäche des britischen Pfundes – sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar. Der Markt mutmaßt, dass durch den Terror die Phalanx der EU-Skeptiker gestärkt wird und damit die Wahrscheinlichkeit einer Befürwortung des Austritts aus der EU bei dem Referendum am 23. Juni steigt. Noch immer ist der Markt dabei, die geldpolitischen Botschaften der FOMC-Sitzung zu verarbeiten. Mehr als eine US-Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte spät im Jahr ist für 2016 nicht eingepreist. Nachdem gestern das in diesem Jahr nicht stimmberechtigte FOMC-Mitglied Evans (Chicago) sich zuversichtlich zeigte, dass man allmählich dem Inflationsziel näherkomme, zogen die US-Renditen etwas an. Tags zuvor hatten bereits zwei andere FOMC-Mitglieder eine Zinsanhebung Ende April als durchaus möglich bezeichnet. Die nächsten Daten, die die Anhebungserwartungen stärken könnten, stehen kommende Woche an: In Form des Konsumentenausgabendeflators, dessen Kernrate (also ohne Nahrung und Energie) im Januar von 1,5 auf 1,7% J/J gestiegen ist und die im Februar weiter auf 1,8% J/J – es wäre der höchste Stand seit 3 Jahren – angestiegen sein dürfte. Am 1. April folgen dann die offiziellen Arbeitsmarktdaten, die den robusten Erholungstrend fortsetzen und belegen dürften, dass Vollbeschäftigung so gut wie erreicht ist. In diesem Umfeld sollte nach und nach Aufwärtsdruck bei den US-Leitzinserwartungen und Anleiherenditen aufkommen.

Aktien


Hapag-Lloyd, Bilanz-PK
Leoni, Bilanz-PK und Analystenkonferenz
Norma, Jahresergebnis
SGL Carbon, Bilanz-PK und Analystenkonferenz
Stada, Bilanz-PK und Analystenkonferenz
Zooplus, Jahresergebnis

Der gestrige Börsentag stand leider vor allem im Zeichen der schrecklichen Attentate in Brüssel, bei denen viele Menschen getötet wurden. Wenig überraschend notierte in Europa der Sektor Reise und Freizeit mit durchschnittlichen Verlusten von rd. 1,8% am Performanceende. Die Leitindizes in Europa konnten allerdings die anfänglichen Verluste zum Teil wieder wettmachen, sodass am Ende eine uneinheitliche Tendenz vorherrschte. Auch der Dax, der in der ersten Handelsstunde infolge der Terroranschläge rd. 2% verlor, notierte gegen Schluss auf dem Tageshoch rd. 0,4% fester. Verantwortlich für die kleine Rally zeichneten vor allem robuste Daten für den Ifo-Geschäftsklimaindex und für den ZEW-Index. Tagesverlierer im Dax war neben der Aktie der Deutschen Lufthansa (-1,3%) auch die Notierung der Deutschen Bank (-1,2%). Hier belastete u.a. die Aussage des Finanzvorstands in Bezug auf die Ertragsentwicklung in den ersten beiden Monaten 2016 und über die schleppenden Fortschritte bei der Restrukturierung. Die Aktie von Dürr (+2,3%) profitierte dagegen insbesondere von einem positiven Analystenkommentar. Die Börsen in den USA tendierten mit leichten Abschlägen. Der Dow Jones-Index verlor 0,2%. Wie in Europa zählten Luftverkehrsgesellschaften (American Airlines: -1,6%) zu den größten Verlierern. Auf Sektorebene waren insbesondere Pharmatitel gefragt, die im Schnitt um 0,9% zulegten. Am Ende der Performanceskala notierten Verbrauchsgüteraktien mit durchschnittlichen Einbußen von 0,8%. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index um 0,3% einbüßte, gewann der Shanghai A-Index 0,4%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank | WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Aktienindex: DAX | Homepage: http://www.commerzbank.de/ | Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.






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