Big-Data-Profiteur USU Software: „Extreme Dynamik im Dezember“

USU-Vorstandssprecher Bernhard Oberschmidt im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: USU Software.

USU-Vorstandssprecher Bernhard Oberschmidt im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: USU Software.

Nachricht vom 18.03.2016 (www.4investors.de) - Big Data und Industrie 4.0 sind für die USU Software AG mehr als nur Schlagworte: Mit einem organischen Wachstum von über 12 Prozent auf 66,1 Millionen Euro gelang es dem größten europäischen Anbieter für IT- und Knowledge-Management-Software im Jahr 2015 weitere Marktanteile hinzuzugewinnen. Bis 2017 hat USU-Vorstandssprecher Bernhard Oberschmidt das Umsatzziel von 100 Millionen Euro fest im Blick, wobei Zukäufe rund 15 Millionen Euro zum angepeilten Wachstum beitragen sollen. Die bereinigte EBIT-Marge soll parallel von zuletzt 13,3 Prozent auf über 15 Prozent steigen. Mit über 23 Millionen Euro sind die USU-Kassen gut gefüllt.

Die Redaktion von www.4investors.de sprach mit CEO Oberschmidt u. a. über das margenstarke Auslandsgeschäft, neue Kunden im Silicon Valley und das zunehmende Interesse auf Investorenseite.


www.4investors.de: USU hat seine 2015er-Ziele erreicht. Mit einem Umsatz von 66,1 Millionen Euro liegen Sie etwa in der Mitte der Anfang 2015 veröffentlichten Prognosebandbreite. Wie hoch ist das rein organische Wachstum im vergangenen Jahr ausgefallen?

Oberschmidt: Im Geschäftsjahr 2015 sind wir organisch um über 12 Prozent gewachsen – eine Zahl, mit der wir sehr zufrieden sind. Damit ist es uns erneut gelungen, deutlich schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen und unsere nationale wie auch internationale Marktpräsenz weiter auszubauen. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle das starke vierte Quartal, in dem wir trotz eines bereits starken Vorjahresquartals das organische Wachstum sogar auf 15 Prozent steigern konnten. Vor allem der Dezember hat sich dabei als extrem dynamisch erwiesen.

www.4investors.de: Wie bewerten Sie die Steigerung des bereinigten EBIT von 7,5 Millionen Euro auf 8,8 Millionen Euro?

Oberschmidt: Wir blicken auf das beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte zurück, auch beim Ergebnis haben wir unsere Prognose gut erfüllt. Mit einem Plus von über 20 Prozent bei dem um Akquisitionseffekte bereinigten EBIT haben wir dabei sogar eine überproportionale Ergebnissteigerung erreicht. Mit einem Ausbau der Marge von 12,3 Prozent im Geschäftsjahr 2014 auf nun 13,3 Prozent befinden wir uns auf einem guten Weg hin zu der Zielmarke von 15 Prozent, die wir für das Jahr 2017 anstreben. Und obwohl wir weiterhin intensiv in neue Produkte sowie in unsere Mitarbeiter investieren und unsere F+E-Aufwendungen weiterhin nicht aktivieren, haben wir auch bei den unbereinigten Ergebnissen deutliche Zuwächse erzielt.

www.4investors.de: Sie sprechen das margenstarke Auslandsgeschäft an, das inzwischen über 30 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Wie verteilt sich das internationale Geschäft auf die einzelnen Märkte?

Oberschmidt: Unser Auslandsanteil teilt sich etwa je zur Hälfte auf die USA und das europäische Ausland auf. So sind wir 2015 z. B. auch in Frankreich und Großbritannien dynamisch gewachsen. Dank der hohen Nachfrage nach unseren Software-Lizenzmanagement-Lösungen in Übersee haben wir uns im US-Markt im vergangenen Jahr bereits der Umsatzmarke von zehn Millionen US-Dollar angenähert. Hinzu kommt, dass wir mit mittlerweile 40 Mitarbeitern in den USA inzwischen eine Größe erreicht haben, die uns eine noch stärkere Marktdurchdringung im Vergleich zu früheren Jahren ermöglicht. Aber auch die Partnerschaft mit dem IT-Konzern CA Technologies, der unsere Lizenzmanagement-Software innerhalb der eigenen Produktsuite vertreibt, trägt zum Erfolg im US-Markt bei.

Geschäfte mit Großkonzernen des Silicon Valley


www.4investors.de: Welche Branchen haben Sie im US-Markt besonders im Fokus?

Oberschmidt: Wir sind auch im US-Markt breit aufgestellt. Besonders bemerkenswert ist, dass unser Wachstum im Jahr 2015 nicht nur von der klassischen Industrie, sondern auch von Seiten der New Economy getragen war. So haben im vierten Quartal 2015 mehrere Großkonzerne des Silicon Valley Abschlüsse mit uns getätigt – dies zeigt einmal mehr, dass wir beim Thema Lizenzmanagement als einer der Vorreiter in diesem vergleichsweise noch jungen Markt mit dem richtigen Angebotsportfolio vor Ort sind, das auch von den schnell wachsenden IT-Firmen zunehmend nachgefragt wird.

www.4investors.de: Im Juli 2015 hat USU die auf SAP-Lizenzoptimierung spezialisierte Softwarefirma SecurIntegration übernommen. Haben sich Ihre Erwartungen an diesen Zukauf bisher erfüllt?

Oberschmidt: Das Thema Lizenzmanagement spielt für USU eine zentrale Rolle. Die Integration der SecurIntegration läuft sehr gut. Durch die enge Zusammenarbeit mit unserer Tochter Aspera können wir unseren Kunden nun ein sehr homogenes Angebot im Bereich Lizenzmanagement bieten. Und bereits im laufenden ersten Halbjahr 2016 werden wir auch im internationalen Geschäft erste positive Effekte dieser Zusammenarbeit sehen.

www.4investors.de: Neben Akquisitionen und der Internationalisierung sind Innovationen eines der drei zentralen Wachstumsfelder bei USU: Welche Fortschritte konnten Sie hier erzielen?

Oberschmidt: Es hat mich besonders gefreut, dass die Produktinnovationen der letzten Jahre wie beispielsweise Service Intelligence oder Smart Link positiv vom Markt aufgenommen wurden und bereits nennenswerte Umsatzbeiträge liefern. Dies ist auch ein Zeichen für die Stärke unserer Entwicklungsarbeit. Dank der nachhaltigen Investition in Produkte und Mitarbeiter gelingt es uns, unsere Marktstellung kontinuierlich zu verbessern und unseren Geschäftserfolg auf eine noch breitere Basis zu stellen. Für die Zukunft haben wir weitere Lösungen im Umfeld von Big Data und Industrie 4.0 in der Pipeline, die uns durch eine Portfolioerweiterung zusätzliche Potenziale erschließen werden.

www.4investors.de: In den Vorjahren hatten Sie vereinzelt mit unerwartet niedrigen Auslastungsquoten im Servicebereich zu kämpfen. Konnten Sie diese Probleme in der Zwischenzeit beheben?

Oberschmidt: Ja, im Geschäftsjahr 2015 sind wir auch im Servicebereich auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Nachdem wir Ende 2013 und auch im Geschäftsjahr 2014 aufgrund der von Ihnen angesprochenen Auslastungsprobleme temporär rückläufige Umsätze im Servicebereich verzeichnen mussten, war es unser Ziel, uns 2015 in diesem Bereich zu stabilisieren. Dieses Ziel haben wir nicht nur erreicht, der Servicebereich konnte bereits wieder positive Impulse zum Gesamtwachstum liefern. Der verstärkte Trend zur Digitalisierung, u. a. in der Finanzindustrie, zeigt sich auch im Auftragsbestand des Servicebereichs und sollte uns auch für 2016 eine gute Auslastung gewährleisten.

www.4investors.de: Für 2016 stellen Sie ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht. Was macht Sie so zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr?

Oberschmidt: Unser Optimismus gründet sich zum einen auf das unverändert dynamische Wachstum im IT-Bereich generell. So rechnet beispielsweise der Branchenverband Bitkom im laufenden Jahr für den deutschen IT-Markt mit einem Wachstum von drei Prozent, Gartner prognostiziert weltweit ein Plus von 5 Prozent im Softwarebereich und 3 Prozent im IT-Dienstleistungssektor. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung werden in Bereichen wie Big Data und Automatisierungstechnik sogar noch deutlich höhere Zuwächse erwartet. Gestützt wird unser Optimismus aber auch direkt von unserem starken Auftragspolster, das die Basis für das weitere Wachstum im laufenden Jahr bildet. An dieser Stelle möchte ich insbesondere auf bedeutende Lizenzabschlüsse im Schlussquartal 2015 verweisen, die unsere Umsatz- und Ergebnisprognose, in der übrigens keine potenziellen Zukäufe berücksichtigt sind, für 2016 zusätzlich untermauern.

Übernahmen: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“


www.4investors.de: Sie sprechen mögliche Zukäufe an, bis 2017 streben Sie ein akquisitorisches Wachstum mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro an. Haben Sie bereits konkrete Targets im Blick?

Oberschmidt: Wir haben die strategische Absicht, dieses angesprochene Umsatzvolumen von 15 Millionen Euro zu realisieren, wenn sich die Gelegenheit ergibt, lassen uns dabei allerdings nicht unter Druck setzen. Der Markt für Akquisitionen zeigt sich aktuell durchaus herausfordernd, vor allem aufgrund der mitunter zu ambitionierten Preisvorstellungen auf Seiten der Verkäufer. Wir sind regelmäßig in Gesprächen, werden aber von unseren konkreten Kriterien hinsichtlich der Qualität der potenziellen Zukäufe wie auch der finanziellen Rahmenbedingungen nicht abweichen – auch wenn unsere komfortable Liquiditätsausstattung mit liquiden Mitteln von 23 Millionen Euro ein offensiveres Vorgehen ermöglichen würde. Hier werden wir unserem erfolgreichen Weg treu bleiben und im Zweifelsfall auf eine B-Lösung verzichten.

www.4investors.de: Im Februar hat USU-Aufsichtsrat Udo Strehl den jüngsten Kursrückgang der USU-Aktie für Insiderkäufe genutzt. Spüren Sie aktuell auch auf Investorenseite wieder ein verstärktes Interesse?

Oberschmidt: In der Tat verspüren wir ein hohes Aktieninteresse, vor allem von institutionellen Investoren. Dies zeigte sich bereits Ende letzten Jahres, was u. a. dazu führte, dass wir mit der MAINFIRST einen neuen Investor hinzugewinnen konnten, der über 3 Prozent der USU-Anteile hält, was uns sehr freut. Auch aktuell haben wir immer wieder Anfragen von Großinvestoren, die unsere strategische Ausrichtung begrüßen und die USU als interessantes Langfristinvestment betrachten, nicht zuletzt, weil wir unsere Aktionäre auch maßgeblich am Unternehmenserfolg in Form einer attraktiven Dividende beteiligen.

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