Commerzbank: Indischer Aktienmarkt mit schwachem Jahresauftakt – Budgetvorlage sorgt für Hoffnung

Nachricht vom 04.03.2016 (www.4investors.de) - Nachdem Indiens Börse in 2014 eines der Glanzlichter in Asien gewesen ist (Sensex +29,4%), enttäuschte sie in 2015. Der Leitindex Sensex büßte im Vj. rd. 5,6% ein. Neben den relativ üppigen Bewertungen resultierten die Verkäufe v.a. aus der Enttäuschung über den schleppenden Reformprozess (u.a. Landreform, einheitliche Mehrwertsteuer, Arbeitsrecht). In Q3 2015 belastete zusätzlich das Thema China und in Q4 sorgte die Wahlschlappe für Modis BJP im Bundesstaat Bihar für Gegenwind. Die Blockadehaltung der Opposition dürfte weitere Reformen verzögern. Auch der Start ins neue Jahr 2016 verlief schwach. Der Sensex-Index büßte in den ersten beiden Monaten rd. 13,9% ein. Verantwortlich hierfür zeichneten im Wesentlichen die oben erwähnten Belastungsfaktoren. In den ersten drei Handelstagen im März 2016 gewann der Sensex dann aber fast 7%. Für Rückenwind sorgte die Veröffentlichung des Haushaltsbudgets, dessen Schwerpunkt weiter auf eine Konsolidierung der Finanzen setzt. Begünstigt wird v.a. der Agrarsektor. Das „Spar-Budget“ könnte Raum für Zinssenkungen durch die Notenbank bieten. Die Konsolidierungsbemühungen bedeuten auf der anderen Seite aber auch eine leichte Belastung für das Wachstum und für die Unternehmensgewinne, die weiter herabrevidiert werden dürften. Für 2016 prognostiziert der Konsensus auf Jahresbasis einen Anstieg des Wachstums der Firmengewinne in Höhe von rd. 13,6% (J/J). Das KGV für 2016 liegt damit bei rd. 16,4. Somit ergibt sich ggü. dem MSCI Asien-Index weiterhin ein üppiger Bewertungsaufschlag von rd. 50%. Der indische Aktienmarkt ist daher u.E. relativ hoch bewertet. Vieles von der politischen Wechseleuphorie und den damit verbundenen Erwartungen einer wirtschafts- und reformfreudigeren Politik dürfte mittlerweile in den Kursen eskomptiert sein. Wir bestätigen zunächst aufgrund der deutlich rückläufigen Inflation und des soliden BIP-Wachstums unser neutrales Votum für die Börse in Indien.

Zinsen und Anleihen


USA: Arbeitsmarktbericht (Feb), 14:30 Uhr
USA: Handelsbilanz (Feb), 14:30 Uhr

Zur Jahreswende wuchsen die Sorgen, dass die US-Notenbank mit ihrer strafferen Geldpolitik die Konjunktur auch in anderen Ländern – vor allem in den Emerging Markets – ausbremsen könnte. Offensichtlich sind viele Marktteilnehmer aber erleichtert, dass der Abschwung bislang schwächer als erwartet ausfiel. Auch die gestern für zahlreiche Länder veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes waren zwar überwiegend schwächer als im Vormonat – und bei vielen Dienstleistungsunternehmen hat sich die Stimmung weiter eingetrübt – insgesamt zeigen sie aber keine globale Rezession an. Einige Länder – wie Russland und Italien – überraschten sogar positiv. In den USA ging der ISM-Index für den Dienstleistungssektor ebenfalls nur leicht zurück. Die Unterkomponenten lieferten allerdings kein einheitliches Bild: Während sich die Bestellungen aus dem Ausland und auch die Produktion sehr positiv entwickelten, fiel die Arbeitsmarktkomponente – die als Frühindikator für Neueinstellungen gilt – unter die Schwelle von 50 Punkten. Die Europäische Zentralbank dürfte nächsten Donnerstag erneut die geldpolitischen Zügel lockern. Aktuell kreisen die Diskussionen um die Frage, wie sie den Geldhahn weiter aufdrehen kann, ohne dass die negativen Zinsen den Finanzsektor zu stark belasten. Denkbar ist, dass die EZB künftig – ähnlich wie die japanische Notenbank – zwei unterschiedliche Zinssätze für Einlagen der Geschäftsbanken verlangen könnte. Für einen Teil der Gelder würde der Strafzins auf dem jetzigen Niveau (-0,3%) bleiben, wer aber über eine bestimmten Betrag hinausgehende Gelder bei der EZB parkt, müsste künftig eine Strafzins von beispielsweise -0,5% zahlen. Grundproblem ist aber nicht das Kreditangebot seitens der Banken, sondern die schwache Kreditnachfrage – da hilft es wenig, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte haben gestern nach den Gewinnen der Vortage eine Pause eingelegt. Nach einem wechselhaften Verlauf gaben die meisten Indizes leicht nach, konnten aber über den Tagestiefs schließen. Es gab keine erkennbaren Treiber für die Abgaben, größere Bewegungen anlässlich der Makrodaten (u.a. Einkaufsmanagerindizes) waren nicht zu erkennen. Der Dax hat sich seit seinem Tiefstand um 13% erholt. Damit stellen Gewinnmitnahmen keine große Überraschung dar. Die bisher am Markt gespielten Rezessionsgefahren sind zum Teil ausgepreist, wenngleich hier immer noch Potenzial nach oben besteht. Bei den Einzelwerten sorgten Quartalsberichte vereinzelt für größere Kurssausschläge. So ging es für Evonik (-12%) deutlich abwärts, während Continental (+4,7%) überzeugen konnte. Auf Branchenseite (Stoxx) sorgten steigende Rohstoffpreise dafür, dass Grundstoffwerte (+1,4%) vor den sich weiter erholenden Automobilwerten (+1,1%) die Performancerangliste anführten. Am deutlichsten abwärts ging es für die Sektoren Reise&Freizeit (-2,6%) und Healthcare (-2,4%). In den USA gelang es den Indizes, nach einem schwächeren Start, noch im Plus zu schließen. Die Makrodaten bewegten sich im Rahmen der Erwartungen und hatten entsprechen nur wenig Einfluss auf das Marktgeschehen. Vor den heutigen Arbeitsmarktdaten verlief der Handel damit relativ ereignislos. Auf Branchenseite führten Energiewerte und Banken (+13% bzw. +0,6%) die Gewinner an, während Healthcare (-0,4%) aufgrund schwacher Biotech-Titel am schwächsten abschnitten. Der Arbeitsmarktbericht ist das Ereignis der Woche, da dieser als richtungweisend für die Ausrichtung der Zinspolitik der Fed gilt und für entsprechende Bewegungen am Aktienmarkt sorgt. In Asien dominierten heute die Pluszeichen. Der steigende Ölpreis und auch anziehende Währungen sorgten für eine positive Stimmung.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank | WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Aktienindex: DAX | Homepage: http://www.commerzbank.de/ | Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.




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