National-Bank: Auch OECD senkt Wachstumsprognosen, nur nicht für China

Nachricht vom 19.02.2016 19.02.2016 (www.4investors.de) - Nach den teils sehr deutlichen Gewinnen an den Aktienmärkten der vergangenen Tage änderte sich die Situation gestern Abend beginnend mit den US-Aktienmärkten. Heute Morgen befinden sich auch die meisten asiatischen Aktienmärkte im Rückwärtsgang, so dass die Renditen von US-Treasuries und Bundesanleihen sanken. Aufgrund der sehr schleppenden Platzierung der 30jährigen US-TIPS sah es aber anfänglich gar nicht danach aus, als ob die Kurse der Staatsanleihen Boden gut machen könnten. In Anbetracht der aktuellen Diskussion über die Entwicklung der Teuerung fanden sich kaum Käufer für TIPS. Gestern gab es nämlich einmal mehr Stimmen aus der Fed, die die Entwicklung der Teuerung mit Sorge betrachten.

Ein Blick auf die heute zur Veröffentlichung anstehenden US-Verbrauchpreise zeichnet jedoch ein etwas anders Bild, sofern man die Kernraten betrachtet. Diese lag im Dezember bereits leicht über 2%. Sie sollte gemäß der Konsensusprognose auch im Januar oberhalb der 2% gelegen haben. Ohne die volatilere Komponenten für Nahrung und Energie ist also durchaus leichte Inflation in den USA zu verzeichnen. Die US-Notenbanker werden das in ihren Überlegungen zum weiteren Leitzinspfad nicht gänzlich ausblenden können, obwohl es nach den zahlreichen Aussagen wohl eher auf ein Aufschieben weitere Zinsschritte hinauslaufen könnte. Dass sich die Energiepreise in nächster Zeit nachhaltig aufwärts bewegen, ist kaum zu erwarten: Alles, was von der OPEC oder Russland bisher verlautete, läuft auf die Zementierung des status quo bei den Fördermengen hinaus, im besten Fall. Das Bedeutung jedoch, dass weiterhin viel mehr produziert als nachgefragt wird. Der positive Effekt eines zusätzlichen Konjunkturprogramms für die Abnehmer bleibt erhalten, während die Produzenten unter Druck bleiben.

Dem Protokoll der letzten Tagung des EZB-Rats war zu entnehmen, dass die Teuerungsentwicklung zahlreiche Notenbanker, ähnlich wie in den USA, mit Sorge erfüllt, weil das mittelfristige Inflationsziel in immer weitere Ferne rückt. Es deuten sich weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen an. Dazu könnte es heute von Victor Constancio durchaus weitere Hinweise geben. Es bleibt aber sehr zweifelhaft, ob die EZB die Teuerung tatsächlich nach oben schleusen kann. Mehr Wachstum im Euroraum würde da sicher das bessere Rezept sein. Dazu wären jedoch weitere tiefgreifende Strukturreformen notwendig, um das Output Gap zu schließen. Danach sieht es jedoch nicht aus. Das Wachstum wird eher geringer ausfallen, was nun auch die OECD prognostiziert. Und der EU-Gipfel wird von ganz anderen Themen beherrscht als die Diskussion über Wege zu zusätzlichem Wachstum. Aber selbst bei den aktuell dort erörterten Themen zeichnen sich keine Ergebnisse ab weder zur Vermeidung eines Brexit noch zu dem Umgang mit den Flüchtlingen.

Mit den Vorgaben aus dem späten US- und dem asiatischen Handel dürfte der Bund Future gut behauptet in den Tag starten. Gegen Abend kann es durchaus zu einigen Gewinnmitnahmen kommen. Der Bund Future dürfte sich zwischen 164,30 und 165,80 bewegen. Die Rendite 10jähriger US-Treasuries sollte zwischen 1,65 und 1,87% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: National-Bank
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