Mensch und Maschine: „Das Ergebnis je Aktie sollte sich 2016 verdoppeln“

Adi Drotleff, Gründer, Großaktionär und CEO von Mensch und Maschine, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Mensch und Maschine.

Adi Drotleff, Gründer, Großaktionär und CEO von Mensch und Maschine, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Mensch und Maschine.

Nachricht vom 17.02.2016 (www.4investors.de) - Mit neuen Rekordwerten bei Rohertrag und Cashflow hat Mensch und Maschine (MuM) das Geschäftsjahr 2015 abgeschlossen. Für MuM-Aktionäre gibt es eine Dividendenanhebung um 15 Prozent bis 25 Prozent, wie CEO Adi Drotleff im 4investors-Interview verrät. Und auch für das laufende Geschäftsjahr sieht der Konzernlenker kein Nachlassen der Nachfrage. So ist er optimistisch, den Gewinn je Aktie auf rund 50 Cent verdoppeln zu können. Die aktuelle Kursschwäche nutzt Gründer und Großaktionär Drotleff zum Kauf weiterer MuM-Aktien – auch wegen der Dividendenrendite von 3 Prozent.


www.4investors.de: Mensch und Maschine blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, in dem Sie nach eigener Aussage „alle Ziele übertreffen konnten“. So konnten Sie nach plus 11 Prozent im Jahr 2014 in 2015 die Umsätze um 14 Prozent steigern. Waren Sie selbst überrascht von diesem hohen Wachstumstempo?

Drotleff:
Grundsätzlich sind wir schon das ganze Jahr stärker als ursprünglich erwartet gewachsen, insofern war die Überraschung im vierten Quartal nicht mehr so groß. Dass wir allerdings auch die zuletzt angehobene Guidance von „mehr als“ 155 Millionen Euro Umsatz und 83 Millionen Euro Rohertrag so deutlich schlagen und beim Umsatz sogar die Marke von 160 Millionen Euro übertreffen würden, hat uns selbst dann doch noch überrascht.

www.4investors.de: Verantwortlich für das deutliche Erlösplus war insbesondere das Systemhaus-Segment mit einem Zuwachs von 17 Prozent. Gab es in diesem Bereich Sondereffekte, die das Wachstum begünstigt haben?

Drotleff:
Da etwa ein Viertel der Systemhaus-Umsätze aus der Schweiz kommen, war der Sprung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro gleich zum Jahresanfang 2015 für knapp ein Drittel des Umsatzzuwachses verantwortlich. Aber auch ohne diesen Währungseffekt war das rein organische Wachstum mit rund 12 Prozent stärker als ursprünglich angenommen. Getrieben wurde das Geschäft zum einen von der starken Nachfrage im Baubereich, wo das Thema BIM (Building Information Management) nun auch im deutschsprachigen Markt angekommen ist, und zweitens von der noch bis Ende Juli 2016 laufenden Umstellung unseres Hauptlieferanten Autodesk von Software-Verkauf auf -Miete, die 2015 eher den Kauf von Software mit den dazugehörigen Wartungsverträgen begünstigt hat.

www.4investors.de: Wie zufrieden sind Sie mit der Performance des Software-Segments, das seine EBITDA-Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent ausbauen konnte?

Drotleff:
Die Margensteigerung liegt über unserem langfristigen Ziel von einem Prozentpunkt pro Jahr, also voll im grünen Bereich. Mehr sollte man bei dieser schon sehr ordentlichen Umsatzrendite auch nicht erwarten, wenn die Verbesserung nachhaltig sein soll.

www.4investors.de: Das EBITDA ist mit plus 17 Prozent nicht nur überdurchschnittlich gewachsen, sondern hat mit einem rein operativen Zuwachs von 4,9 Millionen Euro die Prognose von plus 3-4 Millionen Euro ebenfalls deutlich übertroffen. Welche Faktoren waren für diese Margensteigerung verantwortlich?

Drotleff:
Es waren insbesondere die Skaleneffekte im Systemhausbereich, die für den überdurchschnittlichen Ergebnisanstieg verantwortlich waren. Wenn Umsatz und Rohertrag mit 17 Prozent bzw. 18 Prozent steigen und die Kosten nur im einstelligen Bereich zulegen, dann kommt unter dem Strich auch deutlich mehr Ergebnis heraus, was man an den 3,9 Millionen Euro Steigerung des EBITDA allein im Systemhausbereich sehen kann. Wir sind also einfach bei unserem strikten Kostenmanagement geblieben, weil wir strukturell bereits vollkommen ausreichend aufgestellt sind und keinen Kapazitätsausbau benötigen.

Drotleff will Cashflow „im zweistelligen Bereich halten“


www.4investors.de: Mit welchen Erwartungen sind Sie ins laufende Geschäftsjahr gestartet? In Ihrer Mittelfristprognose hatten Sie auch für 2016 eine Ergebnisverbesserung auf EBITDA-Basis von drei bis vier Millionen Euro angekündigt. Gilt diese Einschätzung nach wie vor oder sind Sie angesichts der zunehmenden Konjunkturrisiken nun eher vorsichtiger?

Drotleff:
Wir sehen kein Nachlassen der Nachfrage bei unseren Kunden und erwarten daher auch für 2016 ein organisches Wachstum des Rohertrags in der Größenordnung um die 10 Prozent und eine Verbesserung des EBITDA aus Skaleneffekten um 3-4 Millionen Euro. Hinzu kommt noch ein Wegfall von etwa 1,3 Millionen Euro an PPA-Amortisationen, weil die siebenjährige Abschreibung der Akquisitionen des Jahres 2009 ausgelaufen ist.

www.4investors.de: Im Geschäftsjahr 2015 haben steuerliche Effekte trotz des operativen Gewinnsprungs zu einer Stagnation des Nettoergebnisses geführt. Demzufolge müsste 2016 nun ein überdurchschnittlicher Sprung beim Ergebnis je Aktie anstehen oder ist diese Schlussfolgerung falsch?

Drotleff:
Das ist richtig. Durch die eben geschilderten Effekte und einem wieder normalen Steuersatz um die 30 Prozent sollte sich das Nettoergebnis pro Aktie auf rund 50 Cent verdoppeln.

www.4investors.de: Innerhalb von nur zwei Jahren hat es Mensch und Maschine geschafft, den operativen Cashflow von 3,8 Millionen Euro auf 14,5 Millionen Euro fast zu vervierfachen. Sehen Sie auf diesem Niveau noch Steigerungspotenzial?

Drotleff:
Das Kunststück, einen operativen Cashflow zu generieren, der mehr als 10 Millionen Euro höher als der Nettoertrag ist, können wir sicher nicht zweimal hintereinander aufführen. Aber ich denke schon, dass wir den Cashflow auch in den kommenden Jahren gut im zweistelligen Bereich halten können.

Drotleff: „Dividendenrendite ein Grund zum Kauf“


www.4investors.de: Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen haben Sie noch keine Aussage zur Dividende für 2015 getroffen. Dürfen Ihre Aktionäre angesichts des neuen Rekordwertes beim operativen Cashflow eine Anhebung der Dividende von zuletzt 20 Cent je Aktie erwarten?

Drotleff:
Wir planen eine Steigerung um 15 Prozent bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, also auf 23 bis 25 Cent je Aktie. Genaueres werden wir spätestens bei der Einladung zur Hauptversammlung bekanntgeben.

www.4investors.de: Wie sehen Sie auf aktuellem Niveau die MuM-Aktie im Peergroup-Vergleich bewertet?

Drotleff:
Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis unter 1 hat die MuM-Aktie sicher noch eine Menge Luft nach oben. Ich bin aber ganz zufrieden damit, dass die Aktie nicht die gesamte strukturelle Unterbewertung in einem Zug aufholt, sondern sich dafür einige Zeit lässt. Jetzt machen wir erst einmal unsere Hausaufgaben für 2016 und dann sehen wir weiter.

www.4investors.de: Nach einer starken Performance im Jahr 2015 konnte sich auch die MuM-Aktie in den letzten Wochen den Turbulenzen am Aktienmarkt nicht entziehen. Kaufen Sie auf aktuellem Niveau persönlich auch wieder MuM-Aktien?

Drotleff:
Aber klar. Bei einem Kursniveau von 8 Euro ist für mich schon die Dividendenrendite von ca. 3 Prozent Grund genug zum Kauf.

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