Nord LB – USA: Verbraucher stemmen sich gegen Rezessionsängste


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Nachricht vom 12.02.2016 12.02.2016 (www.4investors.de) - Heute sind in den USA aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze gemeldet worden. Angesichts der am Markt definitiv vorhandenen Sorgen um eine drohende Rezession in den USA kam diesen Daten eine besondere Bedeutung zu. Insofern ist schon bemerkenswert, dass sich im Januar eine positive Überraschung gezeigt hat. Gemeldet wurde ein Anstieg des Volumens der Verkäufe im Einzelhandel um immerhin 0,2% M/M. Auch die Revisionen an den für den Berichtsmonat Dezember gemeldeten Zahlen führen dazu, dass sich nun mit Blick auf das Konsumverhalten der US-Verbraucher ein doch schon freundlicheres Bild zeigt.

Exklusive Automobile ergab im Januar sich ein etwas geringerer Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 0,1% M/M. Der Absatz von Kraftfahrzeugen und Automobilteilen wirkte also erwartungsgemäß stützend; hier kam es zu einem Anstieg um immerhin 0,6% M/M. Eine entsprechende Entwicklung war aus anderen Datenquellen allerdings bereits frühzeitig ablesbar gewesen.

Ebenfalls nicht überrascht hat die Tatsache, dass sich im Januar bei den Umsätzen an den Tankstellen durch die Entwicklungen beim Benzinpreis klare Belastungen ergeben haben. Der sehr ausgeprägte Rückgang dieser Unterkomponente um 3,1% M/M hat also nur mit Blick auf den Umfang der Abwärtsbewegung enttäuscht. Exklusive Treibstoff zeigte sich somit eine sehr erfreuliche Entwicklung der Einzelhandelsumsätze – der Zuwachs liegt bei beachtlichen 0,4% M/M. Die Kontrollgruppe legte sogar noch etwas stärker zu (+0,6% M/M).

Bei den Baumaterialien zeigte sich zum Start des neuen Jahres ein sehr robuster Anstieg von 0,6% M/M. Angesichts des ausgeprägten Zuwachses im Vormonat (+1,4% M/M) kann an dieser Stelle schon von einer positiven Überraschung gesprochen werden. Im Segment Möble ergab sich jedoch eine Abschwächung um 0,5% M/M, die wohl weitgehend als Gegenbewegung zu werten ist.

Auch nach den Angaben zu den Einzelhandelsumsätzen notiert die Rendite der 10J US-Staatsanleihen im Bereich von 1,70%. Obwohl die vor einigen Minuten veröffentlichten Zahlen zum Verhalten der US-Verbraucher schon positiv überrascht haben, konnten die aktuellen Daten somit den Impuls zu einer nachhaltigen Stimmungswende an den Finanzmärkten offenkundig noch nicht liefern. Damit hatten wir allerdings auch nicht gerechnet. Unserer Auffassung nach gibt es allerdings weiterhin Grund zur Hoffnung, dass die Kombination aus einer Besserung der Beschäftigungssituation, höheren Löhnen und niedrigen Benzinpreisen den Konsum in den Vereinigten Staaten ab dem II. Quartal sehr nachhaltig stützen wird. Die weiteren Aussichten für die US-Wirtschaft sollten somit unserer Ansicht nach nicht zu negativ beurteilt werden. Der Verbraucher hat sich als tragende Säule der ökonomischen Aktivität im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schließlich bewährt und sollte diese für die Weltwirtschaft ebenfalls sehr wichtige Rolle in der Zukunft auch weiterhin mit großer Verlässlichkeit ausüben. Sollte es dazu kommen, kann man schon auf steigende Aktienkurse hoffen. Dieses Szenario wäre – was man angesichts der allgegenwärtigen Diskussion um Niedrigzinsen kaum glauben mag – auch mit höheren US-Staatsanleiherenditen sehr gut kompatibel.

Fazit: Die US-Einzelhandelsumsätze haben zum Start des Jahres 2015 positiv überrascht. Vor allem aufgrund der erfreulichen Beschäftigungssituation sollte diese Entwicklung auch perspektivisch anhalten. Die an den Finanzmärkten vorherrschenden Sorgen bezüglich einer Rezession haben den US-Verbraucher bisher nicht nachhaltig verunsichern können – und sollten diese auch in der näheren Zukunft nicht tun!


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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