Solarworld: Erste Schritte zur Rettung?
Die Aktie von Solarworld kann im Tagesverlauf am Mittwoch deutliche Gewinne verzeichnen. Das Tageshoch des Solarenergiepapiers ist bei 0,86 Euro notiert, der Schlusskurs im XETRA-Handel bei 0,82 Euro, was einem Kursgewinn von 9,33 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag entspricht.
Für den Bonner Konzern hat am heutigen Mittwoch ein Versammlungsmarathon begonnen, an dessen Ende die Sanierung des stark angeschlagenen Konzerns stehen soll. Die heutige erste Gläubigerversammlung allerdings ist geplatzt, nachdem das notwendige Entscheidungsquorum nicht erreicht wurde, zu wenige der Anleihegläubiger waren vertreten. Das kommt nicht überraschend, auf einer morgigen Versammlung könnte ähnliches passieren. Der Konzern dürfte in den nächsten Wochen zu weiteren Versammlungen einladen, dann ohne Quorum.
Solarworld selbst rechnet damit, dass zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen im August Beschlüsse gefasst werden können. Unter anderem steht ein Schuldenschnitt an, im Gegenzug sollen Gläubiger neue Aktien des Konzerns erhalten. Eine ähnliche Transaktion haben heute Centrosolar-Aktionäre beschlossen, auch hier steht eine Sanierung des Konzerns an. Solarworld will es nachmachen. „In den nächsten drei Monaten wollen wir alle Gespräche mit Gläubigern und Kapitalgebern konstruktiv zu Ende führen“, sagt Konzernchef Frank Asbeck am Mittwoch. Für die derzeitigen Anteilseigner würde die Sanierung allerdings die massive Verwässerung ihrer Anteile bedeuten. Die Alternaive ist nicht gerade attraktiv und dürfte die Insolvenz der Rheinländer sein.
Derweil bemüht sich der Bonner Konzern Optimismus zu verbreiten. Man beginne an „Produktionsstandorten in Deutschland und den USA mit der Serienfertigung von Produktneuheiten wie dem neuen, besonders belastbaren und langlebigen Glas-Glas-Modul und Modulen mit höheren Wirkungsgraden“, so Solarworld. Konzernchef Asbeck hofft zudem auf bessere Marktbedingungen in Deutschland und Europa, nachdem von der Europäischen Kommission Maßnahmen gegen chinesische Billigexporte beschlossen wurden. Es ist ein schritt der Politik, der allerdings zum einen umstritten ist, zum anderen noch für weiteren politischen Streit sorgen kann.

