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Expertenmeinung

Kräftiger Renditerückgang bei portugiesischen Staatsanleihen - Commerzbank Kolumne

Autor: Externer Kolumnist
21.12.2017



Letzten Freitag hob die Ratingagentur Fitch das Rating von Portugal gleich um zwei Stufen von BB+ auf BBB an. Bereits im September hatte S&P das Rating des Landes auf Investment Grade angehoben. Die Rendite 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen fiel am Montag auf 1,7%, den tiefsten Stand seit 2015. Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Italien belasten dagegen deren Anleihen. Inzwischen liegen die Renditen portugiesischer Staatspapiere aller Laufzeiten unter den italienischen. Da nun zwei Ratingagenturen Portugal mit Investment Grade benoten, werden die Staatsanleihen in große Anleiheindizes einbezogen und die Nachfrage hoch bleiben.

Anleihen


Japan: Zinsentscheidung, 03:45 Uhr
Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Dez.), 8:45 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 14:30 Uhr
USA: Philadelphia-Fed-Index (Dez.), 14:30 Uhr

Nach der US-Notenbank und der Bank von England kehrt nun auch die Riksbank, die schwedische Notenbank, der unkonventionellen Geldpolitik den Rücken zu: Zusätzliche Anleihen sollen künftig nicht mehr gekauft werden, Fälligkeiten und Kupons sollen aber auch 2018 weiter reinvestiert werden. Auch der Leitzins verbleibt mit -0,5% tief im negativen Bereich. Anfängliche Kursgewinne der schwedischen Krone lösten sich aber im Tagesverlauf in Luft auf. Nach einem Formfehler musste am Mittwoch das Repräsentantenhaus ein zweites Mal über die Steuerreform abstimmen. Wie erwartet erhielt das Paket die nötige Zustimmung. Insgesamt werden die Steuererleichterungen auf etwa 1.460 Mrd. US-Dollar verteilt über die kommenden zehn Jahre geschätzt. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 18.000 Mrd. US-Dollar jährlich wäre das rein mechanisch gerechnet eine zusätzliche Nachfrage von durchschnittlich 0,7% des Bruttoinlandsprodukts. Von selbst werden sich die Steuererleichterungen über höheres Wachstum jedoch nicht finanzieren – auch wenn einige Republikaner dies hoffen. Die Staatsverschuldung wird ansteigen, der fiskalische Handlungsspielraum für künftige Konjunkturkrisen damit kleiner. Ein Teil der zusätzlichen Nachfrage wird sicherlich die Inflation anheizen. Die US-Notenbank so scheint es, wollte sich politisch heraushalten und hat ihre Inflationsprognose trotzdem letzte Woche nicht angehoben. Die Renditen stiegen unterdessen gestern weiter an. Erneut war der Renditeanstieg nicht auf die US-Staatsanleihen begrenzt, sondern auch die Renditen von Bundesanleihen legten zu – bei den zehnjährigen Papieren um jeweils drei Basispunkte.

Aktien


Hornbach – Ergebnis Q3
Nike – Ergebnis Q2

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag schwächer. Hauptbelastungsfaktor war der gegenüber dem US-Dollar gestiegene Euro. Das traf besonders den exportlastigen DAX (-1,11%), aber auch die paneuropäischen Bluechip-Indizes Euro STOXX 50 und STOXX 50 mit jeweils etwa -0,8%. Die Entwicklung wird zum Jahresende jedoch von sinkenden Handelsumsätzen begleitet. Einziger Gewinner im DAX war ProSieben (+0,2%), Schlusslichter dagegen SAP (-2,1%) und Henkel Vz. (-2%). In der zweiten Reihe profitierten Stada (+8,4%) von einer neuen Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven. Die Steinhoff-Talfahrt (-35%) ging dagegen weiter. Auf europäischer Sektorebene konnten sich Rohstoff- und Energietitel am besten behaupten, während der Immobiliensektor (-1,27%) am stärksten verlor. Die US-Börsen haben unter Schwankungen leicht im Minus geschlossen (Dow Jones und S&P 500 je -0,1%). Weder gute Daten vom Häusermarkt noch gefallene Rohöllagerbestände brachten Impulse. Einige Analysten wiesen darauf hin, dass die nun im zweiten Versuch korrekt durchgewunkene Steuerreform inzwischen eingepreist sei. Zudem sorgten steigende Zinsen für Gegenwind. Aus dem Technologiebereich profitierten Micron Technology (+4%) und Blackberry (+12%) von guten Zahlen. Der Paketdienst Fedex (+3,5%) hob zudem seine Prognose an. Alcoa (+6%) profitierte von einer Hochstufung. Die großen asiatischen Aktienindizes tendieren heute uneinheitlich mit Japan (Nikkei225 -0,1%), Hong Kong (Hang Seng +0,5%) und Südkorea (-1,7%). Während man in China hofft, von der US-Steuerreform über höhere Exporte profitieren zu können, steigt in Südkorea die Angst vor sinkenden Auslandsinvestitionen. Wir erwarten heute in Europa einen wenig veränderten Börsenauftakt.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!