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Expertenmeinung

Xi Jinping stärkt seine Macht und die Macht der Kommunistischen Partei - Commerzbank Kolumne

Autor: Externer Kolumnist
20.10.2017



Bild und Copyright: 360b / shutterstock.com


Der 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas eröffnete am Mittwoch dieser Woche traditionell mit dem „Politischen Bericht“, in dem die Richtlinien für die kommenden fünf Jahre vorgegeben wurden. Die Rede von Staats- und Parteichef Xi Jinping dauerte dreieinhalb Stunden. Auch wenn Xi von ernsten Herausforderungen sprach, vor denen China stehen würde, betonte er doch vor allem die ehrgeizigen Ambitionen des Reiches der Mitte. So strebt China laut Xi bis zum Jahr 2050 eine weltweit führende Rolle bei Themen wie Innovation und Militärmacht an. Außenpolitisch will China sich in den kommenden Jahren u.a. auf die Themen „Neue Seidenstraße“ (Investitionsvolumen von 900 Mrd. USD in 65 Ländern), Nordkorea und Organisationen wie die Asian Infrastructure and Investment Bank (AIIB) kümmern. Xi hat seine Macht innerhalb der Partei in den letzten Jahren deutlich gestärkt, auch durch harte Maßnahmen wie den Kampf gegen Korruption, wodurch sich das Machtmonopol der Partei innerhalb der Gesellschaft gefestigt hat. Im Rahmen einer Art „Re-Ideologisierung“ werden sogenannte „chinesische Werte“ wieder verstärkt propagiert und eingefordert. Das Internet ist offenbar unter Kontrolle, die Zensur ist engmaschig. Themen wie Pluralismus, Demokratie, eine freiheitliche Wirtschaftsordnung etc. bleiben weiterhin ein Wunschdenken. Xi deutete an, Zutrittsbarrieren für ausländische Investoren abzubauen; vor allem der Dienstleistungssektor solle weiter geöffnet werden. Marktwirtschaftliche Kräfte dürften aber im Innern tendenziell abnehmen. Die teilweise hochverschuldeten Staatskonzerne sollen fusioniert und global als „Weltklasse-Firmen“ wettbewerbsfähig werden. Armutsbekämpfung, eine Einebnung der sozialen Ungleichheit, die Bekämpfung der Umweltverschmutzung sowie bessere Arbeitsbedingungen zählen u.E. zu den größten Herausforderungen der chinesischen Führung, um mögliche soziale bzw. politische Tumulte auch künftig im Zaum zu halten.

Anleihen


Deutschland: Produzentenpreise (Sep.), 8.00 Uhr
Euroraum: Leistungsbilanz (Aug.), 10.00 Uhr
USA: Wiederverkäufe von Wohnhäusern 14.30 Uhr

Gestern kam an den Märkten Risikoaversion auf, Bundesanleihen sowie US-Treasuries profitierten davon. Unter Druck standen dagegen spanische Staatsanleihen. Ihnen setzte die Hartnäckigkeit der katalanischen Regionalregierung zu, die sich weigerte, ihre Unabhängigkeitserklärung zurückzunehmen. Damit droht die Entmachtung der Regional- durch die Zentralregierung. Die anderen Peripheriemärkte wurden davon ebensowenig in Mitleidenschaft gezogen wie der Euro. In dieser Stimmungslage ging der US-Bondmarkt großzügig über besser als erwartete Konjunkturdaten hinweg. Die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe, die im September noch unter den Auswirkungen der Wirbelsturmkatastrophe in Florida gelitten hatten, sanken in der Vorwoche mit 222.000 auf den niedrigsten Stand seit 1973 – wobei seinerzeit die Gesamt- und Arbeitsbevölkerung noch weit niedriger war als heute. Auch der Philly Fed Index fiel besser aus als erwartet: Im Oktober stieg er von 23,8 auf 27,9 Punkte, wobei vor allem die Neueinstellungsabsichten einen kräftigen Anstieg verzeichneten. In Gegensatz dazu blieb der Sammelindex der Frühindikatoren mit einem Rückgang um 0,2% M/M im September hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür waren vor allem die wirbelsturmbedingt verzerrten Arbeitsmarktindikatoren. Der Blick richtet sich zunehmend auf die EZB-Ratssitzung am kommenden Donnerstag. Den Geldmarktfutures nach zu urteilen ist es der EZB gelungen, dem Markt davon zu überzeugen, dass sie über die Jahresmitte 2018 hinaus Anleihen (wenn auch in vermindertem Monatsvolumen) kaufen will und die Leitzinsen erst lange nach dem Ende der Anleihekäufe –also kaum vor Mitte 2019 – anzuheben gedenkt.

Aktien


Daimler, Ergebnis Q3
Ericsson, Ergebnis Q3
General Electric, Ergebnis Q3
Metro, Umsatz 2016/17
Procter & Gamble, Ergebnis Q3
Schlumberger, Ergebnis Q3

Aufkommende Unsicherheit im schwelenden Katalonien-Konflikt und enttäuschende Quartalsberichte setzten am Donnerstag die europäischen Aktienbörsen unter Druck. Im deutschen Leitindex Dax 30 konnten vor allem die Aktien von Fresenius (+0,7%) sowie die IT-Werte SAP (+0,6%) und Infineon als auch die Versorger RWE (+0,5%) und E.ON (+0,4%) fester tendieren. Dagegen standen vor allem die in den letzten Wochen gesuchten Automobiltitel (BMW: -0,9%, Continental: -1,4%, VW Vz.: -1,0%) sowie erneut die Titel der Deutschen Börse (-2,0%) unter Druck Im MDax erlitten die Anteilscheine von Kion (-13,0%) nach einer Gewinnwarnung einen Kursrutsch. Im EUROSTOXX 50 konnten sich nur wenige Branchen wie IT (+0,4%) und Grundstoffe (+0,3%) gegen den negativen Trend stemmen. Neben den Automobilen (-1,5%) und Medien (-1,2%) tendierten erneut Finanzdienstleister (-1,5%) schwächer. Schwächste Einzeltitel waren mit Abstand die Aktien von Unilever (-5,8%), nachdem der Konsumgüterproduzent mit seinen Quartalsdaten enttäuscht hatte. Am Jahrestag des „Schwarzen Montag“ hatten die Indizes an der Wall Street schwach eröffnet, konnten sich im Handelsverlauf aber wieder fangen. Lediglich der technologielastige Nasdaq 100 schloss erneut im negativen Terrain. Im Gegensatz zum Vortag, als die Zahlen von IBM begeistert aufgenommen wurden, sorgten nun verschiedene Quartalsbilanzen und Ausblicke wie von eBay (1,8%) eher für Kursdruck. Bei Apple (-2,4%) belastete ein Medienbericht. Am besten entwickelte sich die Pharmabranche (+0,6%). In Asien tendieren die Märkte heute Morgen in der Breite etwas fester.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!