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Expertenmeinung

Haushaltsentwurf passiert den US-Senat - National-Bank

Autor: Externer Kolumnist
20.10.2017



Die neuen Wirtschaftsdaten werden heute kaum Bewegung in die Kapitalmärkte bringen. Das Tagesereignis dürften die Aussagen von Janet Yellen sein, die sich jedoch erst nach Mitternacht europäischer Zeit äußern wird. Dementsprechend wird die Verarbeitung ihrer Aussagen eher im frühen asiatischen Handel am Montagmorgen erfolgen. Neue Einblicke in die künftige Geldpolitik wird sie wahrscheinlich nicht anzubieten haben. Da sie sich mit der Geldpolitik seit Ausbruch der Finanzmarktkrise auseinandersetzt, könnte es aber ein paar Aussagen zur Inflationsentwicklung geben, insbesondere eine Ursachenanalyse, warum die Teuerungsdynamik trotz robuster wirtschaftlicher Entwicklung vergleichsweise schwach ist, auch wenn die Fed die Ursachen dafür bislang nicht vollständig versteht.

Die Fed steht außerdem wegen der Besetzung des Chefpostens im Mittelpunkt des Interesses. Nach übereinstimmenden Medienaussagen scheint eine Entscheidung näher zu rücken, wen der US-Präsident vorschlagen wird. Als Favoriten gelten derzeit Jerome Powell und John Taylor. Wenn das Rennen tatsächlich zwischen den beiden Kandidaten entscheiden werden soll, würde Powell besser in die Überlegungen des US-Präsidenten passen, da er den eingeschlagenen Kurs der Fed mit großer Wahrscheinlichkeit fortsetzen würde. Und sollten die Steuerpläne der US-Administration tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, ist die US-Regierung auf eine günstige Refinanzierung angewiesen. Die Investoren schätzen aktuell, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Steuerreform zugenommen hat. Auslöser für diese Einschätzung ist der Beschluss einer Resolution im Senat, die für die Fortsetzung der Arbeit an den Haushaltsplänen notwendig war. Dieser Beschluss sieht zudem vor, dass Haushaltsgesetze mit einfacher Mehrheit im Senat beschlossen werden können. Kompromisse mit den Demokraten wären also nicht notwendig, wenn die republikanische Senatsmehrheit steht. Letzteres ist jedoch von den konkreten Steuerplänen anhängig, die letztlich zur Abstimmung gestellt werden. Aufgrund der Aussagen einiger einflussreicher US-Senatoren, u. a. McCain, Corker, ist es bis zu einer mehrheitsfähigen Steuerreform noch ein sehr weiter Weg.

Im Euroraum bleibt Spanien weiterhin ein wichtiges Thema. Immerhin ist es dem spanischen Treasury gestern gelungen, die Anleihen vergleichsweise problemlos zu platzieren. Es waren zwar Zugeständnisse notwendig. Der Zugang zum Kapitalmarkt ist nicht gefährdet. Derweil gehen die Vorbereitungen in Madrid weiter, die Autonomie Kataloniens auszuheben und die Regierungsgeschäfte in der Region zu übernehmen. Tendenziell sollte das die Kurse von Bundesanleihen stützen und sich eher negativ auf die Peripherie auswirken. Auch die Diskussion um die Besetzung des Chefpostens der italienischen Notenbank fördert nicht unbedingt das Vertrauen in die Peripherie.

Vor dem Hintergrund der in der kommenden Woche anstehenden Tagung des EZB-Rats werden die Investoren in den kommenden Tagen sehr vorsichtig agieren. Der Bund Future dürften aufgrund der Vorgaben aus dem asiatischen Handel Verlusten in den Tag starten und sich m Tagesverlauf zwischen 161,60 und 162,90 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,27 und 2,40% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der NationalBank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investorsRedaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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